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Tunesien : Der Mythos der Arabellion ist verblasst

Ein Bild von Mohamed Bouazizi an der Fassade eines Gebäudes in Sidi Bouzid Bild: AFP

Zehn Jahre, nachdem sie die Ben-Ali-Diktatur zu Fall gebracht haben, sind viele Tunesier ernüchtert und sehnen sich nach etwas Neuem. Die Verzweiflung im Land wächst – und Populisten erhalten immer mehr Zuspruch.

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          Der Beton des Denkmals am Platz vor der Regionalverwaltung von Sidi Bouzid bröckelt. Es stellt einen großen Holzkarren dar, der an Mohamed Bouazizi erinnert. Am 17. Dezember 2010 hatte sich an der Stelle der tunesische Obsthändler angezündet. „Schluss mit der Armut, Schluss mit der Arbeitslosigkeit“, waren die letzten Worte des 26 Jahre alte Tunesiers. Kurz zuvor hatte das Ordnungsamt seine Waage beschlagnahmt.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht seiner Verzweiflungstat von der Kleinstadt im Zentrum Tunesiens durch das ganze Land – und bald auch darüber hinaus. Am 14. Januar floh unter dem Druck von Massenprotesten der tunesische Präsident Zine el Abidine Ben Ali nach fast einem Vierteljahrhundert an der Macht. Er machte den Weg frei für die friedliche Revolution in Tunesien, die die Umstürze in vielen anderen Staaten der Region inspirierte.

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