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Tunesien : Ben Ali verspricht 300.000 neue Arbeitsplätze

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Ein jugendlicher Demonstrant am Montag in der tunesischen Stadt Regueb Bild: AFP

Tunesiens Präsident Ben Ali hat nach den blutigen Demonstrationen vor allem Jugendlicher die Schaffung von 300.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen binnen zwei Jahren versprochen. Er warnte vor einer „Agitation ausländischer Extremisten“. Die Behörden schlossen landesweit alle Schulen und Universitäten.

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          In einem neuen Versuch, die rebellischen Jugendlichen des Landes zu beschwichtigen, hat der tunesische Präsident Zine El Abidine Ben Ali die Schaffung von dreihunderttausend Arbeitsplätzen binnen zwei Jahren versprochen. Er kündigte ferner für Februar eine Konferenz mit den politischen Parteien und anderen gesellschaftlichen Organisationen über neue Programme zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit an.

          Das Erziehungsministerium hatte am Montag wegen der Unruhen eine „vorübergehende“ Schließung der Schulen und Universitäten verfügt. Bei schweren Ausschreitungen in den vergangenen Tagen waren nach vorläufigen Schätzungen mehr als 30 Menschen ums Leben gekommen. Viele von ihnen wurden von Sicherheitskräften erschossen.

          Ben Ali wies außerdem die staatlich gelenkten Medien an, „ihre Kontakte mit der Bevölkerung zu intensivieren auf ihre Sorgen zu hören“. An die Eltern appellierte er mit dem Aufruf, ihre Kinder von „Agitatoren“ zu schützen und „gegen die Instrumentalisierung durch extremistische Gruppen zu sensibilisieren“. Trotz der einlenkenden Worte des seit 24 Jahren regierenden Staatschefs wurden aus mehreren tunesischen Städten zum Wochenbeginn weitere Zusammenstöße zwischen Demonstranten und der Polizei berichtet.

          Ben Ali sprach in diesem Zusammenhang von „unverzeihlichen terroristischen Akten vermummter Banden“, die - hier offenbar ein Hinweis auf die Organisation Al Qaida im islamischen Maghreb - „ihre Seelen an den vom dem Ausland manipulierten Terrorismus verkauft“ hätten. Der Vorsitzende der kleinen Demokratischen Fortschrittspartei Nejib Chebbi widersprach dieser Darstellung und sagte: „Diese jungen Leute sind keine Terroristen. Sie wollen nur Arbeit und ein bisschen Freiheit.“

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