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Region um Tall Abjad : Türkischer Soldat trotz Waffenruhe in Nordsyrien getötet

  • Aktualisiert am

Ein Ambulanzwagen fährt ein von der Türkei unterstützten Kämpfern in der Region um Tall Abjad vorbei. Bild: Reuters

Die YPG habe die Soldaten bei „Aufklärungs- und Überwachungsmission“ mit Panzerabwehrwaffen beschossen, teilte das türkische Verteidigungsministerium mit. Dabei sei ein Soldat getötet und ein weiterer verletzt worden.

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          Trotz Waffenruhe ist in Nordsyrien nach Angaben aus Ankara ein Soldat durch Beschuss der Kurdenmiliz YPG getötet worden. Ein weiterer sei bei dem Angriff in der Region um Tall Abjad verletzt worden, teilte das Verteidigungsministerium am Sonntag mit. Die Soldaten seien bei einer „Aufklärungs- und Überwachungsmission“ unter anderem mit Panzerabwehrwaffen beschossen worden. Das türkische Militär habe zurückgefeuert.

          Die Parteien beschuldigen sich gegenseitig, die am Donnerstag verkündete Waffenruhe nicht einzuhalten. Am Freitag hatte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte von einer Reihe türkischer Luft- und Mörserangriffe nahe der Stadt Ras al-Ain berichtet, bei denen 14 Zivilisten getötet worden seien. Das türkische Verteidigungsministerium hingegen versicherte, sich an die Vereinbarung zu halten und warf der YPG-Miliz insgesamt 20 Verstöße gegen die Waffenruhe vor. 

          Die Türkei hatte am 9. Oktober im Norden Syriens eine Offensive gegen die Kurdenmiliz YPG gestartet, die von ihr als Terrororganisation angesehen wird. Ankara begründet den Einmarsch mit dem Recht auf Selbstverteidigung.

          Am Donnerstag hatte dem amerikanischen Vizepräsident Mike Pence nach Gesprächen in Ankara eine Waffenruhe zwischen den Konfliktparteien verkündet. Die Feuerpause soll den Kurdenmilizen Gelegenheit geben, sich aus einem Gebiet auf der syrischen Seite der Grenze zurückzuziehen, in dem die Türkei eine sogenannte Sicherheitszone errichten möchte. Die gemeinsame Erklärung ließ allerdings viele Fragen offen. Unklar ist beispielsweise, ob alle Parteien über das gleiche Abzugsgebiet sprechen.

          Vorwurf von Kriegsverbrechen zurückgewiesen

          Die Türkei hat zudem den Vorwurf der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zurückgewiesen, in Nordsyrien Kriegsverbrechen begangen zu haben. Es handele sich um „gegenstandslose Behauptungen“ und diese seien Teil einer Diffamierungskampagne gegen den türkischen Anti-Terror Kampf, teilte das Außenministerium in Ankara am Sonntag mit.

          Amnesty International hatte der türkischen Armee und den mit ihr verbündeten Rebellen in einem am Freitag veröffentlichten Bericht unter anderem „rücksichtslose Angriffe auf Wohngebiete“ vorgeworfen, bei denen Zivilisten getötet und verletzt würden. Pro-türkische Rebellen sollen zudem eine syrisch-kurdische Politikerin geschlagen und erschossen haben.

          Die Türkei ziele bei ihrem Einsatz gegen die Kurdenmiliz YPG lediglich auf deren Stellungen und Verstecke und treffe alle notwendigen Vorkehrungen, damit Zivilisten und zivile Infrastruktur nicht zu Schaden kommen, hieß es. Das Außenministerium betonte, mit der Türkei verbündete Rebellen hätten eine Untersuchungskommission eingesetzt, um mögliche Menschenrechtsverletzungen aus ihren Reihen zu untersuchen.

          Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte am Freitag zu den Vorwürfen von Amnesty gesagt, es gebe unter den Rebellen welche, die Fehler machten und versprochen, man werde „sich dieser Sache annehmen“.

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