https://www.faz.net/-gpf-9q8ws

In Nordsyrien : Türkischer Militärkonvoi aus der Luft angegriffen

  • Aktualisiert am

Türkische Panzer auf dem Weg nach Chan Scheichun Bild: AFP

Dem türkischen Militär zufolge sollen bei dem Luftangriff drei Zivilisten getötet und zwölf verletzt worden sein. Syrien wirft der Türkei vor, Terroristen in der umkämpften Rebellenhochburg Idlib zu unterstützen.

          Ein türkischer Militärkonvoi ist in der nordsyrischen Provinz Idlib aus der Luft angegriffen worden. Das bestätigte das Militär in einer vom Verteidigungsministerium in Ankara veröffentlichten Stellungnahme am Montagnachmittag. Zuvor hatte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtet, Luftangriffe der syrischen und russischen Armee hätten im Süden der Provinz einen türkischen Konvoi gestoppt und einen von der Türkei unterstützten Rebellen getötet. Dem türkischen Militär zufolge sollen allerdings drei Zivilisten getötet und zwölf verletzt worden sein.

          Die Türkei kritisierte den Angriff scharf: „Wir verurteilen diesen Angriff nachdrücklich, der den Vereinbarungen sowie der Zusammenarbeit und dem Dialog mit Russland zuwiderläuft“, hieß es. Man habe Russland zuvor über den Konvoi unterrichtet. Er habe unter anderem „Nachschubrouten offenhalten und die Sicherheit unseres Beobachtungspostens“ sicherstellen sollen.

          Mögliche Hintergründe für den Angriff lieferte ein Bericht der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana über den Konvoi. Darin hieß es, mit Munition beladene türkische Fahrzeuge hätten die Grenze zu Syrien überquert, um Terroristen in der umkämpften Rebellenhochburg Idlib zu unterstützen.

          Russland, die Türkei und Iran fungieren in Syrien als Garantiemächte, unterstützen aber unterschiedliche Seiten in dem Konflikt. Während Russland und Iran aufseiten des syrischen Präsidenten Baschar al Assad stehen, unterstützt die Türkei Rebellen und will vor allem den Einfluss der Kurden im Norden Syriens an der Grenze zur Türkei eindämmen.

          Die Provinz Idlib ist die letzte Region, die noch größtenteils unter Kontrolle von arabischen Aufständischen gegen die syrische Führung ist. Zudem wird ein großes Gebiet mit Unterstützung der Vereinigten Staaten von Kurden beherrscht.

          Die Türkei unterhält in der Region zwölf sogenannte Beobachtungsposten. Russland und die Türkei hatten sich um Idlib auf eine Deeskalationszone und eine Pufferzone für die Region geeinigt. Machthaber Baschar al Assad begann Ende April jedoch mit Angriffen auf die Aufständischen im Gebiet.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Thomas Cook ist pleite : Was Reisende jetzt wissen müssen

          Die Insolvenz des britischen Reisekonzerns Thomas Cook verunsichert Tausende von Urlaubern. Geht mein Geld verloren? Wie sicher ist das Absicherungsversprechen? Die wichtigsten Fragen und Antworten für Reisende.
          Stephan E. soll den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke ermordet haben.

          Geheimpapier : Falsche Angaben im Fall Lübcke?

          Der hessische Verfassungsschutz soll im Vorfeld mehr über Lübckes mutmaßlichen Mörder gewusst haben, als zunächst zugegeben wurde. Ein Geheimpapier belastet die Behörde.
          Einer für alles: Aktuelle Samsung-Fernseher haben auch die Apple-TV-App installiert.

          Video-Streaming im Überblick : Was gibt es da zu glotzen?

          Netflix, Amazon, Sky und jetzt noch Apple: Video-Streaming ersetzt immer mehr das klassische Fernsehen. Das Angebot wird vielfältiger und der Zugang komfortabler.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.