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Gericht ordnet Freilassung an : Türkischer Journalist Ahmet Altan aus Haft entlassen

  • Aktualisiert am

Ahmet Altan kurz nach seiner Freilassung am Mittwochabend in Istanbul Bild: AFP

Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte ordnet die türkische Justiz die Freilassung Ahmet Altans an. Der Journalist saß seit dem Putschversuch im Jahr 2016 in Haft.

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          Nach jahrelanger Haft hat ein türkisches Berufungsgericht die Freilassung des Journalisten Ahmet Altan angeordnet. Das Gericht habe ein zuvor wegen Terrorunterstützung gefälltes Urteil gegen Altan und die Journalistin Nazli Ilicak am Mittwoch aufgehoben, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Die Aufhebung der Haft sei unter anderem mit Verweis auf die bereits abgesessen Haftzeit begründet worden. Altan wurde noch am Abend freigelassen, wie seine Anwältin Figen Albuga Calikusu der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Ilicak war bereits 2019 freigelassen worden.

          Erst am Dienstag hatte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die Türkei wegen der Inhaftierung Altans im Zuge des Putschversuchs im Juli 2016 verurteilt. Die Inhaftierung stelle unter anderem einen Verstoß gegen das Recht auf freie Meinungsäußerung und Freiheit und Sicherheit dar, urteilte das Gericht mit Sitz in Straßburg und argumentierte, es habe keine konkreten Beweise für die zur Last gelegten Straftaten gegeben. Die Türkei müsse eine Entschädigung zahlen.

          Altan, der als Kritiker von Präsident Recep Tayyip Erdogan gilt, war kurz nach dem Putschversuch verhaftet worden. Er wurde im Februar 2018 wegen angeblicher Verbindungen zur Gülen-Bewegung zunächst zu lebenslanger Haft verurteilt, die Strafe wurde dann aber auf zehneinhalb Jahre reduziert.

          Die Türkei macht die Bewegung um den in den Vereinigten Staaten lebenden Prediger Fethullah Gülen für den Umsturzversuch verantwortlich. Altan war Chefredakteur der inzwischen eingestellten Zeitung „Taraf“. Ilicak schrieb in der Vergangenheit für die regierungsnahe Zeitung „Sabah“ und für die auch eingestellte Gülen-nahe Zeitung „Bugün“.

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