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Türkische Soldaten getötet : Erdogan: „Nun wird nicht mehr geredet“

  • Aktualisiert am

Bild: reuters

Nach dem Tod von neun türkischen Soldaten bei einem Angriff kurdischer Rebellen hat Ministerpräsident Erdogan ein hartes Vorgehen gegen die PKK angekündigt. Jene, die sich nicht vom Terror distanzierten, würden einen „Preis zahlen“.

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          Nach dem Tod von neun Mitgliedern der türkischen Sicherheitskräfte bei einem Angriff kurdischer Rebellen hat Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan am Mittwoch ein hartes Vorgehen gegen die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) angekündigt. Nun werde nicht mehr geredet, sondern gehandelt, sagte Erdogan. Die PKK hatte einen Militärkonvoi mit der Zündung einer Panzermine gestoppt und das Feuer eröffnet.

          Die Behörden hatten die Zahl der getöteten Soldaten zunächst mit sieben oder acht angegeben. Der Nachrichtensender CNN-Türk meldete am Nachmittag jedoch, die Opferzahl habe sich mit dem Tod eines Mitgliedes einer Ankara-treuen Kurdenmiliz auf neun erhöht. Unter den Opfern war auch ein Major.

          Erdogan sagte, der Angriff in der Provinz Hakkari im äußersten Südosten der Türkei habe sich in den frühen Morgenstunden ereignet. Ein PKK-Sprecher im Nordirak bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, die Kurdenrebellen hätten die Soldaten in einen Hinterhalt gelockt.

          Nach Zählung des türkischen Nachrichtensenders NTV sind innerhalb eines Monats mehr als 30 türkische Soldaten von der PKK getötet worden. Mitte Juli waren 13 Soldaten bei einem Angriff der Rebellen in Südostanatolien umgekommen.

          Verschärften Kampf gegen Rebellen angekündigt

          Erdogan kündigte für die Zeit nach dem Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan am 30. August einen verschärften Kampf gegen die kurdischen Rebellen an. Am Mittwoch sagte er aber, Ankara werde nun nicht mehr warten. Auch jene, die sich nicht vom Terror distanzierten, würden einen „Preis zahlen“, sagte er in Anspielung auf die Kurdenpartei BDP, die von den Behörden als verlängerter Arm der verbotenen PKK betrachtet wird. Staatspräsident Abdullah Gül betonte ebenfalls, es könne keine Rede davon sein, mit der Bekämpfung der PKK bis zum Ende des Ramadan zu warten.

          Einzelheiten der von Erdogan angekündigten Offensive im Kampf gegen die PKK sind nicht bekannt. Erwartet wird unter anderem ein verstärkter Einsatz von Berufssoldaten und Elitetruppen der Polizei in Kampfgebieten; viele der Opfer der jüngsten Gefechte waren Wehrpflichtige. Erdogan betonte, die Türkei werde beim Kampf gegen den Terror nicht von den Prinzipien der Demokratie und des Rechtsstaats abweichen.

          Erdogan und Gül wollten am Donnerstag zusammen mit weiteren führenden Politikern sowie Geheimdienstlern und der neu formierten Spitze der türkischen Militärs an einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats in Ankara teilnehmen, bei dem die jüngsten Verluste im Kampf gegen die PKK ein wichtiges Thema sein werden. Die PKK, die von der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft wird, kämpft seit 1984 gegen den türkischen Staat. Seitdem hat der Konflikt mehrere zehntausend Menschen das Leben gekostet.

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