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Türkische Offensive in Syrien : Harte Gefechte um Grenzstadt

  • Aktualisiert am

Rauch steigt am Dienstag nach den Kämpfen über der Stadt Ras al-Ain an der türkisch-syrischen Grenze auf. Bild: dpa

Die neuen Sanktionen der Vereinigten Staaten gegen türkische Minister scheinen Ankara kaum zu beeindrucken. Während in Nordsyrien weiter gekämpft wird, treffen Soldaten der syrischen Armee in der Stadt Manbidsch ein.

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          Trotz der Forderung der Vereinigten Staaten nach einer sofortigen Waffenruhe und Sanktionen liefern sich die türkischen Truppen in Nordsyrien weiter erbitterte Kämpfe mit der Kurdenmiliz YPG. Die von der YPG geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) hätten einen Gegenangriff begonnen und die wichtige Grenzstadt Ras al-Ain zurückerobert, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstag. Türkische Truppen hatten den Ort mit Unterstützung von Rebellen der sogenannten Syrischen Nationalarmee zwei Tage zuvor unter ihre Kontrolle gebracht.

          Kurdische Quellen bestätigten den Gegenangriff und die Eroberung von Ras al-Ain. Die Kurdenmilizen hätten auch das nahe gelegene Dorf Tall Halaf am Stadtrand von Ras al-Ain eingenommen. Eine offizielle Bestätigung aus Ankara gab es nicht. Der Sender CNN Türk berichtete, in der Nacht habe es schwere Gefechte in Ras al-Ain gegeben. Türkische Truppen versuchten, YPG-Kämpfer in Verstecken aufzuspüren. In der Stadt Manbidsch wurde nach offiziellen Angaben ein türkischer Soldat getötet und 18 weitere verletzt.

          Nach Angaben der UN-Organisation für Migration (IOM) sind bereits mindestens 190.000 Menschen vor den Kämpfen geflohen. Rund 2000 seien auf dem Weg in den Irak, berichtete das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) in Genf. Die meisten würden vor dem türkischen Militär und mit ihm verbundenen syrischen Kampfgruppen nach Süden fliehen und kommen teilweise bei Verwandten unter, wie das das UN-Nothilfebüro (Ocha) berichtete. Reporter ohne Grenzen verurteilte Angriffe auf Journalisten in der Region scharf und forderte die Türkei auf, UN-Resolutionen zum Schutz von Reportern in Kriegsgebieten einzuhalten.

          Die Türkei hatte die seit langem geplante Offensive im syrisch-türkischen Grenzgebiet vergangenen Mittwoch begonnen. Ankara begründet den Einsatz mit dem Recht auf Selbstverteidigung. Die Türkei betrachtet die Kurdenmiliz YPG sowie deren politischen Arm PYD als Terrororganisationen. Die YPG pflegt enge Kontakte zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, die auch in den Vereinigten Staaten und in Europa auf der Terrorliste steht.

          Am Montag waren auch syrische Regierungstruppen von Präsident Baschar al-Assad in dem kurdisch kontrollierten Norden des Landes eingetroffen. Sie werden von Russland unterstützt. Die SDF hatten sich nach dem angekündigten Abzug der amerikanischen Truppen hilfesuchend an Damaskus und Russland gewandt, die Vereinbarung zugleich aber als „schmerzhaften Kompromiss“ bezeichnet. Russlands Syrien-Beauftragter Alexander Lawrentjew sagte der Agentur Tass, Russland werde eine direkte Konfrontation zwischen türkischer und syrischer Armee nicht zulassen.

          Die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete, 150 amerikanische Soldaten hätten sich von Manbidsch aus auf den Weg in den Irak gemacht. Auch das russische Verteidigungsministerium teilte der Agentur Interfax zufolge mit, dass die amerikanischen Truppen Manbidsch in Richtung Irak verlassen hätten. Das russische Militär patrouilliere in der Gegend.

          Die Vereinigten Staaten hatten am Montag wegen der Militäroffensive Sanktionen gegen türkische Minister verhängt und eine sofortige Waffenruhe gefordert. Strafmaßnahmen wurden gegen Verteidigungsminister Hulusi Akar, Energieminister Fatih Donmez sowie Innenminister Süleyman Soylu verhängt. Mögliches Vermögen der Betroffenen in den Vereinigten Staaten wird eingefroren. Trump kündigte zudem die Anhebung von Strafzöllen auf Stahlimporte aus der Türkei auf 50 Prozent an. Die Sanktionen fielen allerdings nicht so scharf aus wie erwartet.

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