https://www.faz.net/-gpf-7nuno

Angriffspläne auf Syrien : Deutsche Politiker fordern Reaktionen auf türkische Kriegsspiele

Blick nach Syrien: Ein Bundeswehrsoldat im Süden der Türkei vor Patriot-Abwehrraktensystem Bild: AFP

Die türkische Regierung erwog, Syrien militärisch zu provozieren. An der Grenze zwischen den beiden Staaten sind deutsche Soldaten zum Schutz der Türkei stationiert. Das sei „vollkommen absurd“, sagen nun deutsche Politiker.

          1 Min.

          Erwägungen der türkischen Regierung, eine militärische Provokation zu fingieren und dann einen Angriff auf syrischem Territorium zu unternehmen sind von deutschen Politikern scharf kritisiert worden. „Die Nato soll diesen Vorgang aufklären. Ich erwarte außerdem, dass sich Erdogan deutlich von den Kriegsplanungen distanziert“, sagte Rainer Arnold, verteidigungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion sagte der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Peter Carstens
          Politischer Korrespondent in Berlin

          Arnold fügte hinzu: „Wenn sich bestätigt, dass er sich damit auch nur beschäftigt hat, kann er für uns kein verlässlicher Partner mehr sein. Die Nato müsste dann mit Deutschland neu über den Sinn des Einsatzes an der Grenze zu Syrien nachdenken.“ „Was die türkische Regierung da geplant hat, ist absoluter Wahnsinn“, sagte der außenpolitische Sprecher der Grünen, Omid Nouripour . „Das ist nicht eine innertürkische, sondern eine internationale Angelegenheit“.

          Es sei „vollkommen absurd“, dass deutsche Soldaten die Türkei beschützten, „während der türkische Staat verschwörerisch plant, das eigene Territorium zu beschießen.“ Nouripour forderte von der Bundesregierung, sie müsse „Erdogan gegenüber klarmachen, dass sie dieses Spiel mit dem Feuer nicht akzeptieren kann.“

          Hingegen mahnte der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Andreas Schockenhoff zur Besonnenheit. Schockenhoff sagte der F.A.S. über das heimlich mitgeschnittene Gespräch zwischen türkischen Regierungsmitgliedern, Militärs und dem Geheimdienstchef: „Man muss der Sache nachgehen, aber man darf jetzt auch nicht so tun, als ob das offizielles Regierungshandeln der Türkei wäre. Sonst kann im Zeitalter elektronischer Medien sehr leicht eine Provokation konstruiert und inszeniert werden. Den Vorgang muss man genau analysieren, abgewogen und verantwortungsvoll. Aber ich glaube nicht, als dass die Nato nun gefordert wäre.“

          Weitere Themen

          „Wie Rom ohne Vatikan“

          Abschied von Merkel : „Wie Rom ohne Vatikan“

          Angela Merkel verlässt nach 16 Jahren die europäische Bühne. Bei ihrem letzten EU-Gipfeltreffen bekommt sie warme Worte, stehenden Applaus – und ein seltsames Geschenk. Sie selbst gab sich so nüchtern wie immer.

          Topmeldungen

          Tankstelle in Marseilles, Südfrankreich: Die französische Regierung will einige Mitbürgerinnen und Mitbürger nun durch ein Energiegeld entlasten.

          Benzinpreise : Hilfe auch für deutsche Autofahrer?

          Paris macht es vor: Die Regierung federt die steigenden Strompreise mit einem Energiegeld ab. Auch in Deutschland steigt der Unmut wie die Spritpreise. Wie reagiert Berlin?
          Nicht alle werden ihr so laut nachweinen wie Ratspräsident Michel: Angela Merkel auf ihrem mutmaßlich letzten Gipfeltreffen in Brüssel.

          Merkels Abschied von Brüssel : Die Kompromissmaschine

          Angela Merkel hat sich große Verdienste um die europäische Einigung erworben. Einmal aber versagte die ehrliche Maklerin. Die Kluft besteht bis heute.
          An ihm hielt der Springer-Konzern lange fest: Ex-„Bild“-Chef Julian Reichelt

          Der Fall Julian Reichelt : Springer verschickte Drohschreiben

          Im Zuge des internen Compliance-Verfahrens gegen Julian Reichelt hat der Springer-Konzern Drohschreiben verschickt. Ein Justiziar warf dem Anwalt einer der betroffenen Frauen vor, ihr Aussage-Protokoll an die Medien durchgestochen zu haben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.