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Anti-IS-Koalition in Syrien : Ließen Kurden Hunderte Dschihadisten aus Raqqa abziehen?

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Kämpfer der von den Vereinigten Staaten unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) im Osten der syrischen Stadt Raqqa. Bild: AP

Im Kampf gegen den IS warnt die Türkei die Vereinigten Staaten seit langem vor der Zusammenarbeit mit dem syrisch-arabischen SDF-Bündnis. Durch neue Enthüllungen sieht sich Ankara jetzt bestätigt.

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          Die Türkei hat ein angebliches Abkommen der syrischen Kurden mit der Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) zum Abzug von IS-Kämpfern aus Raqqa verurteilt. Die „Enthüllungen“ über die Vereinbarung der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) mit der IS-Miliz zum Abzug einer „großen Zahl von Terroristen“ seien „extrem schwerwiegend und aufschlussreich“, erklärte das türkische Außenministerium am Dienstagabend. Es bekräftigte seine Vorbehalte gegen die von den Vereinigten Staaten unterstützten SDF.

          Die SDF-Truppen hatten im Oktober nach langer Belagerung die frühere IS-Hochburg Raqqa eingenommen. Kurz vor dem Fall der Stadt an die SDF-Kämpfer hatte ein Konvoi mit mehr als 3000 Zivilisten die Stadt verlassen. Die Anti-IS-Koalition hatte damals erklärt, dass die SDF-Führung versichert habe, dass keinem ausländischen IS-Kämpfer der Abzug erlaubt werde.

          Der britische Rundfunksender BBC veröffentlichte am Montag aber eine Reportage, in der mehrere Fahrer des Konvois aussagten, Hunderte schwerbewaffnete IS-Kämpfer transportiert zu haben. Laut des BBC-Berichts waren darunter auch Ausländer, die seitdem teilweise über die Grenze in die Türkei gelangt sein sollen, um dort Anschläge in Europa vorzubereiten.

          Ein Sprecher der Anti-IS-Koalition gab am Dienstag zu, dass unter den 3500 Menschen, die Raqqa in dem Konvoi verlassen haben, auch bis zu 300 IS-Kämpfer gewesen sein könnten. Die IS-Miliz steht in Syrien vor dem Verlust ihrer letzten Gebiete, doch wird befürchtet, dass viele Dschihadisten in den Untergrund gehen, um dort weitere Anschläge vorzubereiten.

          Die Türkei kritisiert seit langem, dass die amerikanischen Streitkräfte die SDF-Truppen im Kampf gegen die Dschihadisten mit Waffen, Spezialkräften und Luftangriffen unterstützen. Ankara betrachtet die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG), die das Rückgrat der SDF-Allianz bilden, wegen ihrer engen Verbindungen zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) als Terrororganisation.

          Nach dem BBC-Bericht erklärte Ankara am Dienstag, das Abkommen zwischen SDF und IS zeige, dass die Türkei mit ihren Warnungen an die Vereinigten Staaten vor einer Kooperation mit dem kurdisch-arabischen SDF-Bündnis recht gehabt habe. „Dieses Abkommen ist ein neues Beispiel dafür, dass eine Terrororganisation mit Hilfe einer anderen zu bekämpfen nur zu Absprachen zwischen diesen beiden Organisationen führt“, erklärte das türkische Außenministerium.

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