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Konflikt im Mittelmeer : Ein Sturm zieht auf

Griechische Marineschiffe im Mittelmeer Bild: AFP

Die Türkei und Griechenland streiten um Erdgasvorkommen. Im östlichen Mittelmeer stehen sie sich so feindselig gegenüber wie lange nicht mehr. Die Lage könnte eskalieren. Präsident Erdogan ist bereit, denn er ist schon im Krieg.

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          Wenn Tayyip Erdogan eine Rede hält, geht es oft kriegerisch zu: Der türkische Präsident spricht dann von Märtyrern, von Blut und Boden, von Opfern für das Vaterland. Auch in dieser Woche war das so. Da sprach Erdogan in Malazgirt, einer Kleinstadt im Osten Anatoliens. Anlass war der Jahrestag einer Schlacht, die vor nicht ganz 950 Jahren dort stattgefunden hat und als Auftakt zur türkischen Eroberung Anatoliens gilt. Erdogan zählte dann auch die anschließenden Erfolge türkischer Armeen auf, nannte die Schlacht um das Kosovo und die Eroberung Konstantinopels, jener Stadt, die heute Istanbul heißt.

          Michael Martens

          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Wenn der Präsident der Türkei die Vergangenheit beschwört, geht es ihm aber immer um die Gegenwart, und so brauchte Erdogan auch diesmal nur wenige Sätze, um von fernem Schlachtenlärm zu heutigen Gefechten zu kommen. Darin geht es wieder um Boden, allerdings um Meeresboden. Die Türkei und Griechenland stehen sich im östlichen Mittelmeer zwar noch friedlich, aber zugleich feindselig wie lange nicht mehr gegenüber. Beide Staaten beanspruchen Meeresgebiete für sich, unter denen Erdgasvorkommen vermutet werden und zum Teil sogar schon lokalisiert wurden.

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