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Türkei : PKK bestreitet Verantwortung für Autobombenanschlag

Tatort: Das Zentrum von Gaziantep Bild: AFP

Bei einem Autobombenanschlag im südtürkischen Gaziantep sind nach Behördenangaben neun Personen gestorben, darunter vier Kinder. Die beschuldigte Kurdische Arbeiterpartei PKK bestreitet, für die Tat verantwortlich zu sein.

          Bei einem Bombenanschlag sind in der südostanatolischen Stadt Gaziantep mindestens neun Personen getötet und 70 weitere verletzt worden. Vier der Opfer sind Kinder. Der Sprengstoff war in einem gestohlenen Personenwagen versteckt, den die Polizei abgeschleppt hatte. Bei der Explosion vor dem Gebäude der Polizei starben vor allem Zivilisten, die in der Stadtmitte an einer Bushaltestelle warteten. Zwei Busse und zwei Automobile brannten aus. Einwohner der Stadt skandierten nach dem Anschlag gegen die verbotene und als Terrororganisationen eingestufte Arbeiterpartei Kurdistans (PKK).

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

          Der stellvertretende Vorsitzende der Regierungspartei AKP, Ömer Celik, sagte, die PKK habe zwar einen „revolutionären Volksaufstand“ angekündigt, finde aber in der Bevölkerung keine Unterstützung und greife daher nun Zivilisten an. Samil Tayyar, ein Abgeordneter der AKP aus Gaziantep, beschuldigte die PKK und den syrischen Geheimdienst, die Tat gemeinsam begangen zu haben. Die Industriestadt Gaziantep liegt nur 50 Kilometer von der Grenze entfernt.

          PKK distanziert sich

          Die PKK distanzierte sich jedoch von dem Verbrechen. Sie greife keine Zivilisten an, erklärte sie über eine ihr nahestehende Nachrichtenagentur. Die türkische Regierung hatte dem syrischen Regime jüngst vorgeworfen, die PKK könne auf syrischem Boden frei agieren. Eine Selbstbezichtigung zur Tat liegt weiterhin nicht vor.

          Möglicherweise haben die „Freiheitsfalken Kurdistans“ (TAK), die bereits in der Vergangenheit auf türkischem Borden Anschläge verübt haben, die Tat begangen. Die Terrorgruppe ist mit der PKK lose verbunden, gilt aber als noch radikaler als die PKK.

          Ausgebrannter Bus in Gaziantep

          Die türkische Armee hatte am 23. Juli eine routinemäßige Operation gegen die PKK begonnen. Am vergangenen Sonntag waren bei Gefechten in der türkischen Provinz Hakkari nahe der Grenze zu Syrien mindestens 15 Kämpfer der PKK getötet worden. Vorausgegangen war die Detonation einer Mine, bei der ein türkischer Soldat getötet wurde. Die PKK unterhält ihre Basen in den Kandilbergen im Nordirak. In der vergangenen Woche hatte die PKK in der Provinz Tunceli, einer ihrer Hochburgen in der Türkei, den Abgeordneten Hüseyin Aygün von der oppositionellen Republikanischen Volkspartei (CHP), der seinen Wahlkreis bereiste, an einer Straßensperre entführt, dann aber wieder auf freien Fuß gesetzt.

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