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Dogan Akhanli : „Sie möchten mich zum Schweigen bringen“

  • Aktualisiert am

Dogan Akhanli bei einem Prozess in der Türkei. Bild: EPA

Der Kölner Autor Dogan Akhanli sieht seine Türkei-Kritik als Grund für seine vorübergehende Festnahme in Spanien. Sein Anwalt sagt der F.A.Z, er rechne nicht mit einer Auslieferung in die Türkei.

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          Der Kölner Schriftsteller Dogan Akhanli sieht seine kritische Auseinandersetzung mit der Türkei als Ursache für seine von Ankara betriebene vorübergehende Festnahme. Er habe kritisch über die türkische Politik und Geschichte geschrieben, sagte der ursprünglich aus der Türkei stammende Autor am Sonntag der ARD in Spanien. „Das gefällt der Türkei bestimmt nicht. Sie möchten mich zum Schweigen bringen.“ Beugen will er sich dem Druck aber nicht. „Aber ab 60 will ich auch nicht mehr schweigen“, sagte er lachend.

          Der Anwalt Akhanlis,Ilias Ulyar, sagte gegenüber der F.A.Z., er rechne nicht mit einer Auslieferung seines Mandanten an die Türkei. In der Türkei sei ein rechtsstaatlicher Prozess gegen seinen Mandanten nicht möglich, Es gehe es nicht um Strafverfolgung, sondern darum, mit Interpol eine Jagd durchzuführen. Zu der Spanienreise Akhanlis sagte Uyar, dieser habe von der deutschen Polizei keinen Hinweis darauf erhalten, dass ihm bei einer Auslandsreise Gefahren drohten.

          Der Schriftsteller steht der Regierung in Ankara kritisch gegenüber. Am Samstag war er wegen eines türkischen Haftbefehls an seinem Urlaubsort in Spanien festgenommen worden. Die Türkei hatte bei der internationalen Polizeibehörde Interpol einen „Dringlichkeitsvermerk“ (Red Notice) gegen Akhanli hinterlegt.

          Nach einer Intervention des Auswärtigen Amtes in Berlin kam der türkischstämmige Autor, der 1991 nach Deutschland geflohen war, zwar wieder frei. Nach Angaben seines Anwalts darf er Madrid aber vorerst nicht verlassen.Am Montag muss sich Akhanli erstmals bei einem Sondergericht in Madrid melden, das für Auslieferungen und Terrorismus zuständig ist.

          Hintergrund der Festnahme ist nach Angaben von Akhanlis Anwalt der Vorwurf, dieser sei 1989 an einem Raubmord in Istanbul beteiligt gewesen – ein Vorwurf, von dem er vor einem türkischen Gericht zunächst freigesprochen worden war.

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