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„Ehrenschuld“ : Türkei gibt Zurückhaltung im Fall Khashoggi auf

  • Aktualisiert am

Ömer Celik bei einer Pressekonferenz 2016 in Ankara Bild: AFP

Saudi-Arabien gesteht ein, dass Jamal Khashoggi getötet wurde – liefert aber eine unglaubliche Erklärung. Nun will Ankara das Verschwinden des Journalisten „vollständig“ klären.

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          Die türkische Regierung hat eine vollständige Klärung zum Tod des Journalisten Jamal Khashoggi versprochen. „Die Türkei wird alles enthüllen, was hier vorgefallen ist“, sagte der Sprecher der Regierungspartei AKP, Ömer Celik, am Samstag laut Nachrichtenagentur Anadolu. Sein Land sehe die Klärung des Falls als „Ehrenschuld“. Von Vorverurteilungen wolle er absehen, „aber wir lassen es nicht zu, dass hier irgend etwas vertuscht wird“.

          Regierungsvertreter waren bislang allerdings zurückhaltend mit öffentlichen Schuldzuweisungen in Richtung Saudi-Arabien. Türkische Ermittler hatten in den vergangenen Tagen das Konsulat und die Residenz des Konsuls in Istanbul untersucht.

          Knapp drei Wochen nach Khashoggis Verschwinden im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul hatte das Königreich in der Nacht zum Samstag offiziell dessen gewaltsamen Tod eingestanden. Dieser offiziellen Version zufolge hatte sich eine „Schlägerei“ zwischen Khashoggi und Männern im Konsulat entwickelt, „die zu seinem Tod führte“.

          Türkische und amerikanische Medien hatten zuvor berichtet, Khashoggi sei von einem saudi-arabischen Killerkommando in dem Konsulat gefoltert und ermordet worden. Sie beriefen sich auf Audioaufnahmen, die den türkischen Sicherheitskräften vorlägen.

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