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Türkei : Grünen-Abgeordneter Beck in Istanbul gewaltsam abgeführt

  • Aktualisiert am

Volker Beck Ende Juni 2015 bei einer Kundgebung in Berlin Bild: dpa

Weil er mit Aktivisten der Homosexuellenbewegung eine Erklärung zum Ende der „Pride Week“ abgeben wollte, ist der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck von der Polizei abgeführt worden. Mittlerweile wurde er wieder freigelassen.

          Bei einer geplanten Erklärung von Aktivisten der Homosexuellenbewegung zum Ende der „Pride Week“ in Istanbul ist der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck gewaltsam von der Polizei abgeführt worden. „Die Polizei hat mir meinen Pass entrissen und mich geschubst“, sagte Beck der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag. Er sei inzwischen wieder freigelassen worden und wohlauf.

          Der Abgeordnete wollte am Sonntag an der traditionellen Schwulen- und Lesbenparade in Istanbul teilnehmen, die der Gouverneur von Istanbul unter Verweis auf Sicherheitsgründe verboten hatte. Die Organisatoren sagten den „Marsch des Stolzes“ zum Abschluss der „Pride Week“ daraufhin ab.

          Nach dem Verbot der Veranstaltung wollte die türkische Polizei am Sonntagnachmittag mit einem massiven Aufgebot auch das Verlesen der Erklärung von Aktivisten verhindern. Auf der zentralen Einkaufsmeile Istiklal Caddesi gingen zahlreiche Wasserwerfer in Stellung, wie ein dpa-Reporter beobachtete. In den Seitenstraßen wurden Sicherheitskräfte mit Gasmasken zusammengezogen. Polizisten in zivil patrouillierten die Umgebung. Die türkische Polizei geht regelmäßig mit Tränengas und Wasserwerfern gegen Demonstranten vor.

          Beck sagte der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag: „Wir machen uns Sorgen, dass die Rechte von Schwulen, Lesben und Transmenschen (Transsexuellen) hier eingeschränkt werden und es bei dem Thema eine negative Entwicklung gibt.“ Der Abgeordnete fügte hinzu: „Wenn es Sicherheitsprobleme gibt, versucht man, gemeinsam mit dem Veranstalter Lösungen zu finden.“ Das sei in Istanbul nach seinem Wissen nicht geschehen. „Es scheint schon das Ziel zu sein, die Veranstaltung zu unterdrücken.“

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