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Konflikt im Mittelmeer : Kurz vor dem Feuerbefehl

Die französische Fregatte „Le Courbet“ im November 2018 bei einem Manöver zusammen mit einem französischen Militärhubschrauber und einem amerikanischen Marineschiff. Bild: Picture-Alliance

Ein Zwischenfall auf See zwischen der Türkei und Frankreich belastet die Nato. Ein geheimer Untersuchungsbericht versucht, die gegenseitigen Vorwürfe aufzuklären. Was genau ist am 10. Juni im Mittelmeer geschehen?

          7 Min.

          Der Vorfall liegt drei Wochen zurück, doch seine Tragweite kommt erst jetzt ans Licht. Am 10. Juni standen Frankreich und die Türkei kurz vor einem Feuergefecht im östlichen Mittelmeer. Zwei Nato-Partner. Die Details des Vorfalls sind zwischen den Beteiligten umstritten, ein interner Nato-Bericht belastet beide. Am Dienstag zog sich Paris deswegen aus der Nato-Mission „Sea Guardian“ zurück, die das Mittelmeer überwachen soll. Dieser politische Eklat könnte die Allianz noch lange belasten. Noch gravierender ist, was den Konflikt verursachte: ein ziemlich offenkundiger Fall von Waffenschmuggel nach Libyen, der die Vereinten Nationen, die Europäische Union und die Nato schlecht aussehen lässt.

          Thomas Gutschker

          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Diese Geschichte beginnt am 24. Mai. Wichtige Details wurden von der französischen Zeitschrift „Valeurs Actuelles“ und von der Tageszeitung „L’Opinion“ recherchiert. Sie wurden der F.A.Z. von Diplomaten bestätigt, die weitere Informationen preisgaben. An jenem 24. Mai stach das Frachtschiff „Cirkin“, das gewöhnlich im Schwarzen Meer unterwegs ist, in See. Es fuhr unter der Flagge Tansanias und gab den tunesischen Hafen Gabès als Ziel an. Doch nach zwei Tagen wurde plötzlich das automatische Erkennungssignal des Frachters abgeschaltet und der Schiffsname am Rumpf verdeckt.

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