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Syrische Flüchtlinge in Türkei : Nicht mehr erwünscht

Eine kleine Gruppe syrischer Frauen laufen mit einem Kind durch Ankara. Die Stimmung in der Türkei gegenüber Geflüchteter kippt zunehmend. Bild: AFP

Obwohl Präsident Erdogan zur panislamischen Solidarität aufruft, kippt die Stimmung in der Türkei: Die Mehrheit der Menschen will, dass syrische Flüchtlinge in ihr Land zurückkehren.

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          In der Türkei hat sich die Stimmung gegen die Flüchtlinge aus Syrien gedreht. Eine Mehrheit der Türken mag nicht mehr Präsident Tayyip Erdogan folgen. Der hatte die Aufnahme der Syrer mit der Solidarität gegenüber den „muslimischen Brüdern und Schwestern“ begründet. In der Türkei sind derzeit 3,6 Millionen Syrer als Flüchtlinge registriert, sie genießen subsidiären Schutz. Mutmaßlich hält sich eine weitere Million illegal in dem Land auf. Die große Mehrheit lebt in den Städten; in organisierten Flüchtlingslagern sind nur noch 100.000 Syrer untergebracht. Zu einem besonderen Problem werden die 430.000 Kinder, die in der Türkei geboren wurden und Staatenlose sind.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

          Verhallt ist Erdogans Aufruf zur panislamischen Solidarität. Wie brüchig sie geworden ist, bestätigen zwei aktuelle Umfragen. 88 Prozent der Türken, die das Meinungsforschungsinstitut Piar befragt hat, sehen in der Aufnahme syrischer Flüchtlinge keine humanitäre Pflicht. 82 Prozent befürworten eine Rückkehr der Syrer. Und 73 Prozent heißen den Beschluss der Stadtverwaltung von Mudanya gut, dass Syrer an den öffentlichen Stränden nicht erwünscht seien. Bei der Frage nach dem größten Problem der Türkei gaben zwar 26 Prozent die wirtschaftliche Lage an, mit 18 Prozent folgten aber die syrischen Flüchtlinge auf Platz zwei.

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