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Türkei : Schon fast 100.000 Beamte entlassen

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Leerer Strand in Antalya (Juli 2016): Im vergangenen Jahr sind die Tourismuseinnahmen eingebrochen. Bild: dpa

Die Zahl der nach dem Putschversuch in der Türkei entlassenen Beamten ist auf 95.000 gestiegen. 40.000 sitzen in Haft. Der Umsatz der Tourismusbranche ist dramatisch eingebrochen.

          Nach dem gescheiterten Umsturzversuch im Juli haben die türkischen Behörden mittlerweile fast 95.000 Staatsbedienstete entlassen. Es seien insgesamt 125.485 Bedienstete überprüft worden, sagte Arbeitsminister Mehmet Muezzinoglu am Dienstag in einem Interview. Von ihnen seien 94.867 entlassen worden.

          Die türkische Führung beschuldigt den in den Vereinigten Staaten lebenden Prediger Fethullah Gülen, Drahtzieher des versuchten Putsches zu sein, und geht gegen dessen Anhänger im Staatsapparat vor. Gülen hat jede Verwicklung in den Putschversuch zurückgewiesen.

          Rund 40.000 Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst sitzen derzeit in Haft und warten auf einen Prozess, unter ihnen sind viele Militärangehörige. Menschenrechtsgruppen befürchten, dass Präsident Recep Tayyip Erdogan den versuchten Staatsstreich als Vorwand nutzt, um abweichende Meinungen zu unterdrücken.

          Medienberichten zufolge haben mittlerweile etwa 40 zumeist ranghohe türkische Nato-Soldaten, die in Deutschland tätig und nach dem Putschversuch suspendiert worden waren, Asyl in Deutschland beantragt. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird am Donnerstag zu einem Treffen mit Erdogan in die Türkei fliegen. Dabei dürfte das auch zur Sprache kommen.

          Derweil ist in der Türkei der Umsatz in der wichtigen Tourismusbranche im vergangenen Jahr dramatisch eingebrochen. Die Einnahmen aus dem Tourismus sanken 2016 im Vergleich zum Vorjahr um fast 30 Prozent auf rund 20,65 Milliarden Euro, wie das Statistikamt Türkstat am Dienstag mitteilte. Aus Deutschland kamen in den ersten elf Monaten des Jahres etwa 3,76 Millionen Besucher - so viele wie aus keinem anderen Land. Es waren allerdings zugleich fast 1,7 Millionen weniger als im Vorjahreszeitraum.

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