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Türkei : Erratischer Erdogan

Präsident Erdogan glaubt vermutlich, die Flüchtlingskrise gebe ihm Macht über Europa. Dabei schadet seine Politik vor allem der Türkei.

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          Die Signale, die aus der Türkei kommen, sind nicht gut: Ankara bedeutet der Europäischen Union, dass es an der Aufhebung der Visumspflicht nun doch nicht interessiert ist, dass es also die Voraussetzungen dafür nicht erfüllen will; gleichzeitig lässt es Friedenstauben gen Moskau aufsteigen. Am selben Tag tritt zudem der Botschafter der EU in Ankara entnervt von seinem Posten zurück.

          Nun wird der Blick darauf gerichtet, ob die Türkei ihre Schleusen wieder öffnet und den Druck auf Europa erhöht, indem sie wieder mehr Flüchtlinge in Richtung griechische Inseln aufbrechen lässt. Die Politik des Präsidenten Erdogan ist erratisch, und sie ist für die Türkei gefährlich. Viele Freunde hat das Land nicht mehr, und ob der russische Präsident Putin schon das Gefühl hat, dass Erdogan nach dem Abschuss eines russischen Flugzeugs lang genug gezappelt hat, darf bezweifelt werden.

          Die Türkei verschanzt sich gerade in einer Wagenburg. Erdogan glaubt vermutlich, die Flüchtlingskrise gebe ihm Macht über Europa. Dabei ist kein Land von dem Krieg in Syrien so betroffen wie die Türkei.

          Rainer Hermann
          Redakteur in der Politik.

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