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Türkei : Erdogans neue Freunde

Präsident Erdogan entfernt die Türkei immer weiter von Europa – und bewegt sich auf die Autokratien im Osten zu. Damit begibt er sich in eine gefährliche Abhängigkeit.

          Die Türkei entfernt sich einen weiteren Schritt von Europa und bewegt sich weiter auf die Autokratien im Osten zu. Auf seinem Rückflug aus Usbekistan sagte der türkische Präsident Erdogan, man sei nicht auf die EU „fixiert“, sondern halte nach anderen Gelegenheiten Ausschau, und er nannte die „Schanghai 5“, einen losen Block asiatischer Regime, der von Russland und China geführt wird. Mit dem russischen Präsidenten Putin will Erdogan bereits über eine Mitgliedschaft der Türkei gesprochen haben.

          Damit wird zunehmend klar, was Erdogan unter seinem Slogan eines „zweiten Unabhängigkeitskriegs“ der Türkei versteht. Der erste hatte vor einem Jahrhundert die Türkei als Nachfolgestaat des Osmanischen Reichs etabliert. Beim „neuen Unabhängigkeitskrieg“ für eine „zweite Republik“ stellt sich die Frage: Unabhängig vom wem? Vom Westen? Losgelöst von den Werten einer liberalen Demokratie?

          Erdogan will die Kritik aus Europa am Umbau der Türkei nicht (mehr) hören. Er fühlt sich in der Umgebung autokratischer Herrscher wohler – und begibt sich damit in eine gefährliche Abhängigkeit.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

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