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Nach Yücel-Freilassung : Drei Journalisten zu lebenslanger Haft in Türkei verurteilt

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Eine Demonstrantin zeigt ein Porträt des inhaftierten Journalisten Ahmet Altan. Bild: AFP

Deniz Yücel ist frei, doch für viele inhaftierte Journalisten in der Türkei hat sich die Lage damit nicht verbessert. Drei von ihnen wurden nun zu lebenslanger Haft verurteilt.

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          Nach der Haftverschonung für den deutschen Reporter Deniz Yücel sind in der Türkei drei prominente Journalisten zu lebenslangen Gefängnisstrafen verurteilt worden. Das Gericht sah es am Freitag als erwiesen an, dass die drei Männer den gescheiterten Putsch im Sommer 2016 unterstützt haben. Das Gericht fällte das Urteil, obwohl einer der Männer nach Anordnung des höchsten türkischen Gerichtes freigelassen werden sollte. Die Brüder Mehmet und Ahmet Altan sollen dem Urteil zufolge geheime Botschaften über eine Talkshow im Fernsehen einen Tag vor dem Putschversuch am 15. Juli 2016 ausgesendet haben. Auch dem ebenfalls verurteilten Journalisten Nazli Ilicak werfen die Richter die Unterstützung des Netzwerks der Putschisten vor.

          Amnesty International hat unterdessen angemahnt, die verbliebenen inhaftierten Journalisten in der Türkei nicht zu vergessen. Bei „aller Freude und Erleichterung“ über die Freilassung des Journalisten Deniz Yücel aus der Untersuchungshaft „bleibt die Meinungs- und Pressefreiheit in der Türkei massiv eingeschränkt“, erklärte die Menschenrechtsorganisation in einer Stellungnahme am Freitag.

          Die Gerichtsentscheidung im Fall Yücel sei überfällig gewesen, erklärte der deutsche Amnesty-Generalsekretär Markus Beeko. „Es bleiben mehr als 100 Journalistinnen und Journalisten in Haft“, hieß es in der Mitteilung weiter. Auch der türkische Vorsitzende von Amnesty International sitze seit acht Monaten im Gefängnis. Alle Staaten müssten „deutlich und kontinuierlich“ die türkische Regierung an die Einhaltung der Menschenrechte und rechtsstaatlicher Prinzipien erinnern.

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