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Offensive in Syrien : Die türkischen Löwen sind bereit zu kämpfen

Ein türkischer Soldat bei einem Manöver an der irakisch-türkischen Grenze Ende September Bild: SUNA/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Die Türkei hat eine Offensive gegen die Dschihadisten im Nordwesten Syriens begonnen – mit russischer Hilfe. Doch Beobachter haben Zweifel an den Motiven Ankaras.

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          Geht es nach der Propaganda der Dschihadisten, steht dem türkischen Militär und seinen Verbündeten ein harter Kampf bevor. „Wer auch immer seine Kinder zu Waisen oder seine Frau zur Witwe machen will, der soll einen Fuß nach Idlib setzen“, tönt die Islamistenallianz Hayat Tahrir al Scham, die weite Teile der nordwestsyrischen Provinz kontrolliert. Es werde kein Spaziergang für die Feinde werden. „Die Löwen des Dschihads und des Märtyrertums sind bereit zu kämpfen.“

          Christoph Ehrhardt
          Korrespondent für die arabischen Länder mit Sitz in Beirut.

          Die Provinz ist die letzte Bastion der Gegner von Baschar al Assad. Die islamistischen Extremisten, die früher als Nusra-Front unter dem Banner von Al Qaida kämpften, hatten im Sommer ihre Rivalen in Idlib ausgeschaltet. Jetzt wird ihre Herrschaft von einer türkisch geführten Militäroperation bedroht.

          Am Montagvormittag verkündete der Generalstab der türkischen Armee, die Offensive sei angelaufen. Zunächst war von Aufklärungsaktivitäten die Rede. Präsident Recep Tayyip Erdogan, hatte schon am Samstag eine beträchtliche Militäroperation angekündigt. Ankara werde einen „Terrorkorridor“ entlang der Grenze zu Syrien nicht dulden, sagte er.

          Außerdem werde die Türkei die syrischen „Brüder“ in Idlib und jene, die etwa aus Aleppo dorthin geflohen seien, nicht im Stich lassen. Verbündete syrische Brigaden sollen nach den Worten Erdogans den Kampf am Boden führen. „Russland unterstützt die Operation aus der Luft, unsere Streitkräfte von innerhalb der türkischen Grenzen.“ Allem Anschein nach stützt sich Ankara dabei vor allem auf Milizionäre, die schon unter dem Banner der Operation „Schutzschild Euphrat“ im Norden Syriens operierten.

          Die Türkei wünscht sich einen Sturz Assads

          Über Wochen hatte sich abgezeichnet, dass Ankara ein militärisches Eingreifen in Idlib vorbereitet. Das türkische Militär hatte Truppen an der Grenze zu der syrischen Provinz zusammengezogen, Panzer und Artilleriegeschütze in Position gebracht. Am Samstag wurden verbündete syrische Brigaden verlegt. „Unsere Streitkräfte an der Grenze sind bereit“, sagte Mustafa Sedschari, ein hoher Funktionär einer beteiligten Miliz, am Sonntag am Telefon. „Die Vorbereitungen sind abgeschlossen.“

          Bild: F.A.Z.

          Der Vorstoß steht in Zusammenhang mit der Vereinbarung, auch in Idlib eine „Deeskalationszone“ einzurichten. Die Türkei, die einen Sturz Assads wünscht, sowie dessen Alliierte Russland und Iran hatten sich nach Verhandlungen in der kasachischen Hauptstadt Astana als Garantiemächte darauf verständigt, vier solcher Zonen einzurichten.

          Was will Ankara wirklich?

          Als der russische Präsident Wladimir Putin Ende September zu Besuch in Ankara war, wurde das Thema noch einmal besprochen. Danach verkündeten Ankara und Moskau, die Zusammenarbeit in Syrien vertiefen zu wollen. Die Dschihadisten von Hayat Tahrir al Scham hatten sich der Initiative widersetzt, während sich andere Islamistenmilizen dem Druck gebeugt hatten und kooperierten. Offenbar ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, den Widerstand der Dschihadisten mit einer militärischen Kraftdemonstration auf die Probe zu stellen.

          Mit Syrien befasste Diplomaten äußerten am Sonntag allerdings Skepsis gegenüber der am Sonntag durch den türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu noch einmal bekräftigten Darstellung, die Idlib-Offensive werde geführt, um die Gewalt einzudämmen und einer politischen Lösung den Weg zu ebnen.

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