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Rückkehr aus Syrien : Sonderflug nach Grosnyj

Witwe eines IS-Kämpfers: Eine Tschetschenin im Januar 2018 nach der Rückkehr aus Syrien Bild: SERGEY PONOMAREV/The New York Times

Tschetscheniens Herrscher Kadyrow engagiert sich für Frauen und Kinder, die aus Syrien und dem Irak nach Russland zurückkehren wollen. Doch ein Resozialisierungsprogramm aus Moskau lässt auf sich warten.

          7 Min.

          Ramsan Kadyrow, der Alleinherrscher von Tschetschenien, hat einen schlechten Ruf. Er steht für den Wiederaufbau der in zwei Kriegen zerstörten russischen Nordkaukasusrepublik, aber vor allem für Willkür, Verfolgung von Gegnern und Homosexuellen, Folter und außergerichtliche Hinrichtungen. Im Einsatz für Frauen und Kinder, die aus Lagern und Gefängnissen in Syrien und dem Irak nach Russland zurückkehren, bekommt Kadyrow Lob von ungewohnter Warte: von Nichtregierungsorganisationen und Menschenrechtlern, sogar von der Gruppe Memorial, deren Vertreter in Tschetschenien im März in einem fabrizierten Verfahren verurteilt worden ist.

          Friedrich Schmidt
          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Einen „Lichtstrahl in einem sehr dunklen Tunnel“ machte etwa die International Crisis Group aus. Das Thema lässt Kadyrow ungewohnt gut aussehen. Und so kann man in der Republikhauptstadt Grosnyj Frauen treffen wie die 37 Jahre alte fünffache Mutter Salina Gabibulajewa, die nach ihren Worten freiwillig ins „Kalifat“ der Terrormiliz „Islamischer Staat“ zog. Ihr Weg zum IS und zurück steht für Russlands wechselhaften, uneinheitlichen Ansatz im Umgang mit islamistischem Terror. Und für Grosnyjs spannungsreiches Verhältnis zu Moskau.

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