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Tschechischer Präsident Zeman : Ein Gläschen hier, ein Zigarettchen da

Der tschechische Präsident Miloš Zeman auf einer Pressekonferenz in Wien am 10. Juni Bild: dpa

Einen Tag nach der Parlamentswahl kommt der tschechische Präsident Miloš Zeman ins Krankenhaus – und ward seither nicht mehr öffentlich gesehen. In Prag ist ein einzigartiger Machtkampf entbrannt.

          3 Min.

          In Prag spielt sich eine Art Königsdrama in moderner tschechischer Fassung ab. Protagonisten sind Präsident Miloš Zeman, der seit dem Tag nach der Parlamentswahl vor zwei Wochen auf der Intensivstation im Prager Militärkrankenhaus liegt und über dessen Zustand widersprüchliche Angaben kursieren. Ferner seine engste politische Entourage, nach dem Amtssitz des Staatsoberhaupts auf dem Prager Hradschin „die Burg“ genannt, angeführt vom „Kanzler“ Vratislav Mynář, der als Einziger außerhalb der Familie Zugang zum Präsidenten hat – eigentlich. Und schließlich die miteinander um Einfluss auf das weitere Geschehen und womöglich auch die Nachfolge ringenden Granden, vor allem Ministerpräsident Andrej Babiš, Wahlsieger Petr Fiala, Senatspräsident Miloš Vystrčil.

          Stephan Löwenstein
          Politischer Korrespondent mit Sitz in Wien.

          Die Wahl hatte eigentlich ein klares Ergebnis. Gewonnen hatte die bisherige Opposition, fünf Parteien, angetreten in zwei Bündnissen. Zusammen haben sie 108 der 200 Sitze im künftigen Parlament. Sie haben sich einander versprochen, dass Fiala Regierungschef werden soll, der Vorsitzende der liberal-konservativen ODS. Unsicherheit ist dadurch hineingekommen, dass Präsident Zeman vor der Wahl angedeutet hatte, die Bündnisse seien Betrug, er wolle auf jeden Fall wieder Babiš ernennen.

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