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Tschad : Überrascht und hineingezogen

Die Rebellenoffensive just zum geplanten Auftakt des Eufor-Einsatzes in Tschad hat die französische Regierung überrascht. Die ist nun gespalten in der Frage, wie weit die Hilfe für Präsident Déby gehen soll.

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          Der französische Verteidigungsminister Morin will „die Neutralität Frankreichs“ in Tschad wahren, Außenminister Kouchner hingegen will „die legalen Machthaber“ stützen. Die Rebellenoffensive just zum geplanten Auftakt des Eufor-Einsatzes hat die französische Regierung überrascht.

          Präsident Sarkozy hat noch nicht entschieden, wie weit die militärische Hilfe für das Regime des Autokraten Déby gehen soll. Die sechs Mirage-Flugzeuge, die Frankreich in Tschad stationiert hat, haben - anders als bei vorangegangenen Rebellenangriffen auf N'Djamena - bislang keine Kampfeinsätze geflogen. Frankreichs Glaubwürdigkeit als Schutzmacht der Flüchtlinge der Darfur-Krise steht auf dem Spiel.

          Außenminister Kouchner, der Mitbegründer der Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“, hatte den Eufor-Einsatz vorangetrieben, um die Gewalt einzudämmen. Nun wird Frankreich tiefer hineingezogen in den innertschadischen Konflikt, als ihm lieb sein kann. Déby hatte dem Eufor-Einsatz zugestimmt. Jetzt braucht Sarkozy den libyschen Staatschef Gaddafi als Mittler, um die Waffen in Tschad ruhen zu lassen.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

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