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Tschad : Tausende fliehen aus N'Djamena

  • Aktualisiert am

Europäer aus Tschad warten in Gabun auf ihren Anschlussflug nach Paris Bild: AFP

Ob sich die tschadischen Rebellen aus der Hauptstadt nur zurückgezogen haben oder ob sie geschlagen worden sind, ist noch unklar. Tausende Menschen nutzen aber die Gelegenheit, aus N'Djamena zu fliehen. 50 Deutsche wurden ausgeflogen.

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          Nach den heftigen Kämpfen zwischen Rebellen und Regierungstruppen in Tschad sind am Montag Tausende Zivilisten aus der Hauptstadt N'Djamena geflüchtet. Viele überquerten die Grenze nach Kamerun. Nach den zweitägigen Gefechten um die Kontrolle über die Hauptstadt blieb es am Montag zunächst ruhig, in der Stadt waren Militärfahrzeuge zu sehen, in einigen Straßen lagen Leichen.

          Die Regierung erklärte, loyale Truppenverbände hätten die Rebellen aus der Hauptstadt getrieben. Die Aufständischen sprachen dagegen von einem „taktischen Rückzug“ und kündigten weitere Angriffe an.

          EU-Mission soll dennoch bald beginnen

          Die Europäische Union setzte die Mobilisierung der EU-Friedenstruppe für Tschad wegen der Kämpfe um N'Djamena aus. Dennoch solle der Einsatz so bald wie möglich beginnen, sagte der Hohe Vertreter für die Außenpolitik, Javier Solana. Zunächst wolle die EU abwarten, wie sich die Situation in Tschad entwickle. Doch die Ereignisse zeigten, dass die Unterstützung der Gemeinschaft wichtiger sei denn je.

          In den kommenden Wochen sollen bis zu 3700 Soldaten aus EU-Staaten in Tschad stationiert werden. Sie sollen im Osten des Landes helfen, Flüchtlinge aus der benachbarten sudanesischen Region Darfur und internationale Hilfsorganisationen zu beschützen. Deutschland beteiligt sich nicht mit eigenen Truppen an dem Einsatz.

          50 Deutsche in Sicherheit gebracht

          Das Welternährungsprogramm warnte vor den humanitären Folgen der Kämpfe in Tschad. Dadurch drohten bis zu 400.000 Menschen von dringend benötigten Lebensmittellieferungen abgeschnitten zu werden.

          Unterdessen wurden etwa 50 Deutsche außer Landes gebracht, darunter auch der deutsche Botschafter Helmut Rausch. Das teilte das Auswärtige Amt am Montag in Berlin mit. Die meisten Bundesbürger wurden zusammen mit anderen Europäern von der französischen Luftwaffe ausgeflogen. Nach Schätzungen halten sich aber immer noch mehrere Dutzend Deutsche in Tschad auf. Wegen der Kämpfe waren in den vergangenen Tagen zahlreiche Bundesbürger in die dortige deutsche Botschaft geflüchtet.

          Der französische Verteidigungsminister Morin kündigte an, dass Frankreich den Flughafen von N‘Djamena gegen mögliche Rebellenangriffe verteidigen werde. „Wir halten den Flughafen, und wir schützen ihn, denn es geht um die Sicherheit unserer Landsleute“, sagte er am Montag der Zeitung „Le Figaro“. Die Rebellen hatten damit gedroht, den Flughafen der tschadischen Hauptstadt anzugreifen. Sie werfen den französischen Truppen vor, den Flughafen nicht nur für Evakuierungsflüge flüchtender Franzosen und anderer Ausländer zu nutzen, sondern die Start- und Landebahnen für die tschadischen Kampfhubschrauber zu sichern.

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