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Truppenbesuch : Jung sieht Afghanistan auf gutem Wege

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Gemeinsam mit den gemäßigten Taliban? ISAF-Kommandeur MicKiernan und Jung in Kabul Bild: ddp

Trotz anhaltender Angriffe und Anschläge der Taliban sieht Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung Afghanistan auf einem guten Wege. „Ich habe den Eindruck, dass die Dinge gut vorangehen“, sagte Jung am Mittwoch bei einem Besuch in Kabul.

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          Trotz anhaltender Angriffe und Anschläge der Taliban sieht Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung Afghanistan auf einem guten Wege. „Ich habe den Eindruck, dass die Dinge gut vorangehen“, sagte Jung am Mittwoch bei einem Besuch in Kabul. Das betreffe auch die Sicherheit in der afghanischen Hauptstadt, wo die Zahl der Anschläge zurückgegangen sei.

          Bereits vor seinem Besuch in Kabul hatte Jung sich am nordafghanischen Bundeswehr-Standort Kundus demonstrativ optimistisch gezeigt. Auch dort stabilisiere sich die Lage, sagte er. Der zivile Wiederaufbau mache ebenfalls Fortschritte. Vor Jungs Besuch waren am Dienstag drei Raketen außerhalb des Feldlagers in Kundus eingeschlagen. Niemand war verletzt worden.

          Jung fordert Einbeziehung lokaler Entscheidungsträger

          Bei dem Angriff auf das Wiederaufbauteam in Kundus am Dienstagabend war ein Geschoss in die Außenmauer des Lagers eingeschlagen. Zwei weitere detonierten außerhalb. Nach Angaben der Bundeswehr wurden die 122-Millimeter-Geschosse aus einer Entfernung von vier bis fünf Kilometern abgefeuert, zwei aus südwestlicher und eins aus nordöstlicher Richtung. Durch eine Explosion wurde ein mannsgroßes Loch in die Ostmauer des Lagers geschlagen. Zuvor hatte es in diesem Jahr bereits vier weitere Raketenangriffe gegeben.

          Jung traf in Kabul unter anderem mit seinem afghanischen Amtskollegen Abdul Rahim Wardak zusammen. Nach dem Gespräch verwies Jung auf Zahlen der Vereinten Nationen vom vergangenen Sommer, wonach der Schlafmohnanbau in Afghanistan 2008 verglichen mit dem Vorjahr um 19 Prozent abgenommen habe.

          Trotz des Rückgangs war Afghanistan im vergangenen Jahr nach UN-Angaben abermals für 93 Prozent der weltweiten Produktion von Opium verantwortlich, dem Grundstoff für Heroin. Jung sagte, den Bauern müssten Alternativen zum Anbau von Schlafmohn geboten werden. Vor seinem Rückflug nach Deutschland betonte er, in Zukunft werde es wichtig werden, mehr lokale Entscheidungsträger in Afghanistan einzubeziehen.

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