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Truppenabzug aus Deutschland : Wer die Nato schwächt

Ein Teilabzug amerikanischer Truppen aus Deutschland würde die Nato, die Abschreckung Russlands und die „strategische Flexibilität“ stärken, sagt der Sprecher des Pentagons. In Wirklichkeit ist es umgekehrt.

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          Wahrscheinlich glaubt der Sprecher des Pentagons selbst nicht, was er sagt: Ein Teilabzug amerikanischer Truppen aus Deutschland würde die Nato, die Abschreckung Russlands und die „strategische Flexibilität“ stärken. Aber er hat das wirklich gesagt. Tatsächlich verhält es sich umgekehrt. Unschwer ist in solchen Äußerungen das verkrampfte Bemühen zu erkennen, einem Vorhaben des Präsidenten, gefasst möglicherweise im Zustand antideutscher Erregung und von Straflust, einen halbwegs rationalen Anstrich zu geben. Aber der Anstrich bröckelt sogleich, mag Trumps Entscheidung auch feststehen.

          Immerhin formiert sich im Kongress jetzt der Widerstand dagegen; und zwar parteiübergreifend, was in diesen politisch aufgewühlten Zeiten etwas heißen will. Der Kongress könnte Trump einen Strich durch die Rechnung machen, indem er etwa die Finanzierung des Abzugs verweigert. Immerhin halten maßgebliche Republikaner einen Abzug für schädlich für Amerikas Sicherheit und für eine Belastung des Bündnisses.

          Diese Sichtweise ist weitaus plausibler als der Rationalisierungsversuch des Verteidigungsministeriums. Die Bundesregierung sollte also ihre Kontakte zum Kongress jetzt verstärken. 2016 hatten viele Fachleute, auch viele republikanische, vergeblich davor gewarnt, Trump zu wählen. Sie machten sich Sorgen wegen seiner Kenntnislosigkeit und seines Charakters. Auch das Thema Abzug gibt ihnen im Nachhinein recht.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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