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Trumps Pläne für Golanhöhen : Hilfe für Netanjahu

  • -Aktualisiert am

Enge Verbündete: Donald Trump und Benjamin Netanjahu Bild: dpa

Trump schlägt mit seinem Vorstoß zu den Golanhöhen zwei Fliegen mit einer Klappe: Er stützt seinen Mann in Jerusalem und kann sich daheim als Israel-Freund profilieren.

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          An der strategischen Lage würde sich nichts ändern, sollten die Vereinigten Staaten tatsächlich die Annektierung der Golanhöhen durch Israel anerkennen. Das Plateau ist seit mehr als fünfzig Jahren in israelischer Hand, und es ist von so großer militärischer Bedeutung, dass eine Rückgabe an Syrien selbst nach einem Friedensschluss schwer vorstellbar wäre. Aber davon kann sowieso keine Rede sein, solange Assad sein Land den Iranern als Operationsbasis zur Verfügung stellt.

          Interessanter ist, ob Trumps Ankündigung das erreicht, was sie offenbar bezwecken soll: Netanjahu im Wahlkampf zu helfen. Der israelische Ministerpräsident wird im Augenblick natürlich für jede Schlagzeile dankbar sein, die (ein wenig) von den Korruptionsvorwürfen gegen ihn ablenkt. Und die Golan-Frage ist auch in Israel selbst nicht strittig.

          Trump, dessen Gespür für politisches Timing immer noch unterschätzt wird, hat also zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Er stützt seinen Mann in Jerusalem, und er kann sich daheim, wo die Demokraten gerade ein Antisemitismusproblem haben, wieder als Israel-Freund profilieren.

          Nikolas Busse
          Verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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