https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/trumps-persoenlicher-feldzug-gegen-die-app-tiktok-16890011.html

Konflikt um Tiktok : Trumps persönlicher Feldzug

  • -Aktualisiert am

Mitten im amerikanisch-chinesischen Getümmel: TikTok Bild: Reuters

Und wieder hat es Donald Trump geschafft. Er zieht gegen Tiktok zu Felde, auch aus persönlichen Gründen. Und China gibt sich staatsmännisch. Dabei könnte an Trumps Vorwürfen durchaus etwas dran sein.

          1 Min.

          Donald Trump mag Superlative. Jetzt hat der Immobilienkaufmann aus New York und derzeitige Bewohner des Weißen Hauses in Washington wieder etwas geschafft, was ihm so leicht niemand nachmacht. Mit seinem blindwütigen Feldzug gegen die chinesische Videoplattform Tiktok hat er die Pekinger Regierung in die angenehme Lage versetzt, vor aller Welt als Verteidigerin von Unternehmensrechten aufzutreten.

          China werde den „Diebstahl“ eines der Vorzeigeunternehmen des Landes niemals zulassen, heißt es aus Peking. Außerdem habe China Möglichkeiten, Vergeltung für das amerikanische Vorgehen zu üben, heißt es drohend.

          Man fragt sich, wohin dieser Krieg der Worte noch führen soll. In eine wirtschaftlich gedeihliche Zukunft vermutlich nicht, denn der amerikanische Präsident will den eigenen Markt offensichtlich abschotten. Er verhält sich also geradezu chinesisch. Aber ordnungspolitische Argumente helfen in diesem Fall nicht weiter.

          Trump hat vielmehr mit Tiktok noch eine persönliche Rechnung offen, war doch mit Hilfe der Plattform die Beteiligung bei einer Wahlkampfveranstaltung niedrig gehalten worden. Das erklärt vieles.

          Dahinter tritt völlig zurück, was Trump Tiktoks Mutterkonzern vorwirft, dass nämlich Nutzerdaten an staatliche chinesische Stellen weitergegeben werden. Der Vorwurf ist keineswegs abwegig. Aber mit der Art seines Vorgehens wird Trump die Weltmeinung nicht für sich gewinnen. Das müsste er aber.

          Peter Sturm
          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Vieles bleibt geheim:das Gefangenenlager Urumqi Nummer 3 in Dabancheng in der westchinesischen autonomen Region Xinjiang im April 2021

          Keine Debatte über Xinjiang : Da klatscht China Beifall

          Eine Niederlage für den Westen: Im UN-Menschenrechtsrat verhindern Pekings Freunde eine Debatte über den Xinjiang-Bericht. Sogar Kiew verhält sich anders als vom Westen erwartet.
          Ankara, am 2. Oktober: Eine junge Frau demonstriert gegen das Regime in Iran und wird –  wie etliche andere –  von Polizistinnen festgenommen.

          Brief aus Istanbul : Die Türkei wird iranisiert

          Während die Menschen in Iran gegen das Regime aufbegehren, dreht Erdoğan weiter an der religiösen Schraube. Und sucht die Nähe zu den arabischen Ländern.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.