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Trumps Außenpolitik : Das Gegenteil von Diplomatie

  • -Aktualisiert am

Der amerikanische Präsident Donald Trump bei einer Veranstaltung in White Sulphur Springs am 3. Juli Bild: AP

Fast eineinhalb Jahre ist Donald Trump nun Präsident der Vereinigten Staaten. Bei seinen Äußerungen zur Außenpolitik wie zu Venezuela dominieren: Provokation, Desinteresse – und Unwissenheit. Ein Rückblick.

          Kaum ein Tag vergeht, an dem der amerikanische Präsident Donald Trump nicht zum Smartphone greift und twittert. Dabei äußert er sich oft zur Außenpolitik und der innenpolitischen Situation anderer Länder. Nicht selten sorgen seine Vorstellungen für Verwunderung und Irritation – bei ausländischen Regierungschefs, genauso wie bei seinem eigenen Beraterkreis. Dass sich Trump, wie nun bekannt wurde, gleich mehrmals für eine Invasion in Venezuela ausgesprochen haben soll, passt in das Bild eines Präsidenten, der sich wenig um die Standards internationaler Diplomatie zu scheren scheint. Das Motto „America first“ dominiert sein Handeln.

          Zuletzt wurde bekannt, dass Trump dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron bei einem Treffen im April im Weißen Haus nahegelegt habe, sein Land aus der Europäischen Union herauszuführen. „Warum verlassen Sie nicht die EU?“, habe Trump Macron gefragt. Schmackhaft soll er seinem Amtskollegen die Idee mit dem Angebot wesentlich besserer Handelsverträge gemacht haben.

          Vorschläge wie diese passen ins Bild: Trump ist wahrlich kein Fan der Europäischen Union. Er lässt nahezu keine Gelegenheit aus, um sich über die aus seiner Sicht unfairen Handelsbeziehungen mit dem alten Kontinent auszulassen, vor allem Deutschland greift er immer wieder an. Bei einer Veranstaltung vor eigenen Anhängern in North Dakota sagte er vor kurzem, die EU sei nur gegründet worden, um die Vereinigten Staaten zu benachteiligen. Auch für andere multilaterale Organisationen hat Trump wenig übrig: Die Nato sieht er schon lange kritisch, aus dem Pariser Klimaabkommen ist er ausgestiegen – und zuletzt zogen sich die Vereinigten Staaten auch aus dem UN-Menschenrechtsrat zurück.

          Trump offenbart Wissenslücken

          Fast scheint es, als ob ihm die Arbeit in multilateralen Organisationen lästig sei. Immer wieder offenbarte Trump große Wissenslücken, unter anderem mit Blick auf die Funktionsweise der Europäischen Union. Medienberichten zufolge musste Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem ersten Zusammentreffen im Frühjahr 2017 Trump gleich mehrmals hintereinander erklären, dass die Vereinigten Staaten nur mit der EU einen Handelsvertrag abschließen könnten. Trump soll immer wieder gefragt haben, ob er nur mit Deutschland eine Einigung treffen könne.

          Desinformiert zeigte sich Trump auch in anderen Fällen. Kurz nach seinem Amtsantritt 2017 spielte er bei einer Rede vor seinen Anhängern darauf an, dass in Schweden kurz zuvor ein Terroranschlag stattgefunden habe. Das war jedoch nicht der Fall. Später stellte sich heraus, dass Trump einen Bericht beim Fernsehsender Fox News über Migranten in Schweden gesehen hatte und fälschlicherweise davon ausgegangen war, ein Terroranschlag sei verübt worden.

          Die vielen internationalen Krisenherde scheint Trump vor allem danach zu beurteilen, welchen Nutzen er und sein Land daraus ziehen. Nach Informationen des Fernsehsenders NBC hatte sich Trump im Juli 2017 bei einem Treffen mit engsten Mitarbeitern darüber beschwert, dass die amerikanische Armee in Afghanistan zulasse, die militärische Auseinandersetzung in dem Land zu verlieren. Bei dem Treffen soll der Präsident zudem angeregt haben, von der afghanischen Regierung einen Teil der Einnahmen aus der lokalen Ausbeutung der Bodenschätze zu verlangen.

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