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Nato-Einsatz : Richtig abziehen aus Afghanistan

  • -Aktualisiert am

Ein amerikanischer Soldat auf einer Basis der afghanischen Armee in der Provinz Logar im Sommer 2018 Bild: Reuters

Trumps Abkommen mit den Taliban war ein schlechter Deal. Die Sicherheitslage spricht nicht dafür, ihn beizubehalten. Und es gibt noch einen Faktor, der für Europa wichtig ist.

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          Wie bitter die westliche Bilanz nach zwanzig Jahren Einsatz in Afghanistan ausfällt, zeigt vor allem die fortwährende Präsenz von Al Qaida, dem „Islamischen Staat“ und anderen dschihadistischen Gruppen in dem Land. Die terroristische Bedrohung auszuschalten war das Minimalziel dieses langen Krieges.

          Man konnte immer mit guten Gründen skeptisch sein, ob all die anderen Ziele des Westens, von der Demokratisierung bis zu den Frauenrechten, in einer im Kern vormodernen Gesellschaft überhaupt von außen durchzusetzen sind. Aber es ist schon ernüchternd, dass in einer aktuellen Studie, die der amerikanische Kongress in Auftrag gegeben hat, die Einschätzung zu lesen ist, ein abrupter Abzug der westlichen Truppen könne dazu führen, dass von Afghanistan innerhalb von achtzehn Monaten bis drei Jahren wieder eine Terrorgefahr für Amerika ausgehe.

          Ein überhasteter Plan

          Natürlich muss das nicht so kommen. Aber Präsident Biden, der jetzt über die Zukunft der westlichen Mission am Hindukusch zu entscheiden hat, wird die Sicherheitslage nicht so einfach ignorieren können wie sein strategisch ungeschulter Vorgänger. Für die Europäer, die froh sind, dass man in dieser Sache überhaupt wieder mit Washington reden kann, kommt das Flüchtlingsproblem hinzu.

          Trump hatte mit den Taliban einen schlechten Deal geschlossen, deshalb spricht nicht viel dafür, seinen überhasteten Plan beizubehalten. Abziehen muss man irgendwann, aber wenigstens das sollte man richtig machen.

          Nikolas Busse
          Verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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