https://www.faz.net/-gpf-96glw

Islamfeindliche Videos : „Ich würde mich entschuldigen, wenn Sie das von mir erwarten“

  • Aktualisiert am

Zeigt Reue: Der amerikanische Präsident Donald Trump Bild: AP

Der amerikanische Präsident Donald Trump hat in einem Fernsehinterview Reue über die Verbreitung von islamfeindlichen Videos gezeigt. Eine Bitte um Entschuldigung basiert jedoch nicht auf dem Inhalt des Materials.

          1 Min.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump hat erstmals für das Weiterverbreiten islamfeindlicher Videos im Netz um Entschuldigung gebeten. In einem am Freitag ausgestrahlten Ausschnitt aus einem Exklusivinterview mit dem britischen Sender ITV sagte Trump, er habe nicht gewusst, dass es sich bei der ursprünglichen Verbreiterin der Videos um eine britische Rechtsextremistin gehandelt habe. Er werde sich „natürlich entschuldigen, wenn Sie das von mir erwarten“, sagte er in dem Gespräch.

          Trump hatte im November über den Kurzbotschaftendienst Twitter drei Videos geteilt, die angeblich islamistische Gewalt zeigen. Die Vize-Vorsitzende der rechtsextremen Gruppierung Britain First, Jayda Fransen, hatte die Videos verbreitet und mit islamfeindlichen Texten unterlegt. Trumps Retweets sorgten unter anderem bei der Regierung in London für Empörung. Fransen hingegen dankte dem Präsidenten.

          Als die britische Regierungschefin Theresa May die Retweets zuvor als Fehler bezeichnet hatte, hatte Trump noch per Twitter zurückgekeilt: „Konzentrieren Sie sich nicht auf mich, konzentrieren Sie sich auf den zerstörerischen
          radikal-islamischen Terrorismus im Vereinigten Königreich“. Vor Kurzem erst hatte Trump per Twitter einen Besuch in London zur Eröffnung der neuen US-Botschaft abgesagt.

          „Wenn Sie mir sagen, das sind scheußliche rassistische Menschen, würde ich mich natürlich entschuldigen, wenn Sie das von mir erwarten“, sagte Trump in dem am Donnerstag in Davos aufgezeichneten Interview für die Sendung Good Morning Britain. Deren Moderator Piers Morgan hatte Trump zuvor vorgeworfen, „riesige Sorge und Wut“ in Großbritannien ausgelöst zu haben. „Das wusste ich natürlich nicht“, antwortete Trump. Er wisse „nichts“ über Britain First.

          Trump hatte sich am Donnerstag am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos mit der britischen Premierministerin Theresa May getroffen. Danach wurde bekannt, dass Trump noch in diesem Jahr Großbritannien besuchen möchte.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Atemschutzmasken gehörten für viele Chinesen lange zum Alltag.

          Weniger Schadstoffe : China macht ernst mit der sauberen Luft

          Peking macht ernst mit der Luftreinhaltepolitik: Wenn es stimmt, was Forscher berichten, hat die Belastung mit Schadstoffen schon massiv abgenommen – und schneller als geplant.
          Präsident Erdogan erklärt sich gegenüber Journalisten.

          Krieg in Syrien : VW stellt Werk in der Türkei in Frage

          Eigentlich war die Sache in trockenen Tüchern, nahe Izmir wollte VW sein erstes türkisches Pkw-Werk errichten. Doch weil Erdogans Truppen in Nordsyrien einmarschiert sind und dort die Kurden bekämpfen, wachsen die Zweifel an der Standortentscheidung.
          Darf nicht mehr für den FC St. Pauli spielen: Cenk Sahin

          Nach umstrittenem Türkei-Post : Sahin darf nicht mehr für St. Pauli spielen

          Weil er die Vereinswerte mehrfach missachtet habe, werde Fußballprofi Cenk Sahin „zum Schutze aller Beteiligter“ freigestellt, teilt der FC St. Pauli mit. Sahin demonstrierte zuvor seine Unterstützung für die türkische Militäroffensive in Syrien.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.