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Wegen Nordkorea und Iran : Trump will Raketenabwehr massiv ausbauen

  • Aktualisiert am

Ein amerikanisches Flugabwehrsystem im Test Bild: Reuters

Der amerikanische Präsident will neue Investitionen in Verteidigungssysteme gegen mögliche Angriffe mit ballistischen Raketen. Über der Welt soll dafür ein Netz von Sensoren installiert werden.

          2 Min.

          Donald Trump tritt in die verteidigungspolitischen Fußstapfen von Ronald Reagan. Der amerikanische Präsident will am heutigen Donnerstag eine überarbeitete Strategie für die Raketenabwehr seines Landes vor führenden Militärvertretern im Pentagon vorstellen. Das Dokument stellt die erste Reform der amerikanischen Raketendoktrin seit neun Jahren dar. In einem Artikel der Washington Post ist von den umfangreichsten und ausgereiftesten Plänen seit Reagans „Star Wars“-Initiative die Rede.

          Gemeint ist die „Strategische Verteidigungsinitiative“ (SDI), mit welcher der frühere amerikanische Präsident auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges ein hochmodernes Waffensystem aufbauen wollte, um sowjetische Raketen noch vor einem möglichen Einschlag auf amerikanischen Boden abzuwehren. Vorgesehen waren damals unter anderem milliardenschwere Investitionen in die Entwicklung von Laserkanonen, Spähsatelliten und leistungsstarken Computern sowie in weitreichende Forschungsprojekte, etwa zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde das Programm schließlich auf Eis gelegt – auch weil Erfolge ausblieben, die die hohen Investitionen rechtfertigt hätten.

          Mittlerweile aber sehen sich die Vereinigten Staaten mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Die Washington Post nennt Fortschritte Irans und Nordkoreas bei der Entwicklung ballistischer Raketen sowie neue Waffensysteme aus Russland und China als Hauptbedrohungen für die Sicherheit der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten in Europa und Asien. Trumps Antwort: Ein Ruf nach neuen Investitionen in alle Bereiche der Raketenabwehrtechnologie.

          Stimmt der Kongress zu?

          Dazu soll laut der Zeitung ein Netz von Sensoren über der Erde gehören, die Bewegungen von Raketen nach ihrem Start verfolgen. Außerdem empfehle das Pentagon eine Studie zu Waffen, die Raketen im Weltall abschießen können.

          Neu soll demnach auch der geographische Fokus der Raketenabwehr sein. Über Jahre hinweg lag die Priorität darauf, Amerika vor Angriffen feindlicher Staaten wie Nordkorea und Iran zu schützen. Die Trump-Regierung will daran festhalten, als weiteren Schwerpunkt aber den Schutz amerikanischer Truppen und ihrer Verbündeten in Europa und Asien vor Raketenangriffen in den jeweiligen Regionen hinzufügen.

          Unklar ist, ob die Regierung das Geld für ihre Raketenabwehrpläne auch bewilligt bekommt. Die Strategie muss zunächst vom Kongress genehmigt werden. Die Reagan'sche Verteidigungsinitiative war wegen ihrer fragwürdigen Erfolge und der hohen Kosten höchst unbeliebt; inzwischen gibt es dagegen im Kongress wesentlich größere Unterstützung für eine stärkere Raketenabwehr, vor allem seit Nordkorea 2017 zum ersten Mal eine Interkontinentalrakete testete.

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