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Corona-Pandemie : Trump vor UN: China zur Rechenschaft ziehen

  • Aktualisiert am

Donald Trump bei seiner Videobotschaft an die UN-Vollversammlung Bild: AP

Amerikas Präsident wirft Peking zum Auftakt der UN-Generaldebatte vor, die Welt über das Coronavirus getäuscht zu haben. Chinas Staatschef weist das zurück und verlangt Mäßigung, während Putin den russischen Impfstoff bewirbt.

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          Bei der Generaldebatte der Vereinten Nationen hat Amerikas Präsident Donald Trump schwere Vorwürfe gegen China wegen der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus erhoben. „Wir müssen die Nation zur Rechenschaft ziehen, die diese Seuche auf die Welt losgelassen hat – China“, sagte Trump in seiner Videobotschaft am Dienstag. Die Regierung in Peking habe die weltweite Ausbreitung des „China-Virus“ nicht gestoppt.

          „Die chinesische Regierung und die Weltgesundheitsorganisation – die praktisch von China kontrolliert wird – haben fälschlicherweise erklärt, dass es keine Beweise für eine Übertragung von Mensch zu Mensch gäbe“, sagte der Präsident. Er forderte: „Die Vereinten Nationen müssen China für dessen Handlungen zur Rechenschaft ziehen.“

          Trump sagte weiter: „75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Gründung der Vereinten Nationen sind wir neuerlich in einen großen globalen Kampf verwickelt. Wir haben einen erbitterten Kampf gegen den unsichtbaren Feind – das China-Virus – geführt, das in 188 Ländern unzählige Menschenleben gefordert hat.“ In den Vereinigten Staaten habe die Pandemie zur größten Mobilisierung seit dem Zweiten Weltkrieg geführt. Trump kündigte an: „Wir werden einen Impfstoff verteilen, wir werden das Virus besiegen, wir werden die Pandemie beenden, und wir werden in eine neue Ära von beispiellosem Wohlstand, Zusammenarbeit und Frieden eintreten.“ Inmitten der Corona-Pandemie hatten sich die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und China zuletzt massiv verschlechtert, der Konflikt berührt mittlerweile fast jeden Aspekt der Beziehungen zwischen den beiden Großmächten.

          Xi: „Wir werden die Schlacht gewinnen“

          Der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping wies die Vorwürfe wegen Chinas Umgang mit dem Ausbruch des Coronavirus zurück. „Alle Versuche, zu politisieren oder zu brandmarken, sollten vermieden werden“, sagte der chinesische Präsident am Dienstag in einer vorher auf Video aufgezeichneten Rede für die Generaldebatte der Vereinten Nationen in New York.

          Vielmehr sollte die Welt solidarisch im Kampf gegen die Pandemie zusammenstehen. „Covid-19 erinnert uns daran, dass wir in einem miteinander verbundenen globalen Dorf mit gemeinsamen Interessen leben.“ Der chinesische Präsident zeigte sich zuversichtlich, dass die Pandemie bewältigt werden könne. „Wir werden die Schlacht gewinnen.“

          Er plädierte auch für den Zusammenhalt des multilateralen Handelssystems. Alle sollten zusammenarbeiten, eine reibungslose Funktion der globalen Lieferketten sicherzustellen. „Wir sollen uns gegen Unilateralismus und Protektionismus aussprechen“, sagte Xi Jinping, ohne die Vereinigten Staaten oder Amerikas Präsident Donald Trump direkt zu nennen.

          Die Weltordnung mit den Vereinten Nationen in der Mitte müsse gewahrt bleiben. China habe friedliche Absichten und werde niemals Vorherrschaft suchen. „Wir haben nicht die Absicht, einen Kalten Krieg oder einen richtigen Krieg zu kämpfen“, sagte Xi Jinping.

          Aufgrund der Corona-Pandemie sprechen von Dienstag an Vertreter aller 193 Mitgliedstaaten bei der UN-Generaldebatte nicht wie normalerweise im UN-Hauptquartier in New York, sondern per vorab aufgezeichneter Video-Reden.

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