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Trump und Polens Präsident : Ein Partner nach seinem Geschmack

Donald Trump bei einem Auftritt mit Polens Präsident Andrzej Duda am 25. Juni im Weißen Haus. Bild: EPA

Donald Trump gewährt dem um die Wiederwahl kämpfenden Andrzej Duda einen gemeinsamen Auftritt im Weißen Haus. Der polnische Präsident darf sich aber nicht zu laut über die mögliche Truppenverlegung aus Deutschland in sein Land freuen.

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          Es war der erste Empfang eines ausländischen Präsidenten im Weißen Haus seit dem Beginn der Corona-Krise in den Vereinigten Staaten. Und Donald Trump wartete nicht lang, um deutlich zu machen, worum es dabei ging. Sein Freund Andrzej Duda habe „unglaubliche Arbeit“ geleistet, sagte er. „Für ihn stehen Wahlen an. Und ich glaube, er wird sehr erfolgreich sein.“ Ein Fototermin mit dem Staatspräsidenten Polens wenige Tage vor der Wahl dort: So bedankt sich der amerikanische Präsident bei einem Verbündeten, der zu den wenigen in Europa zählt, die ihn stets in höchsten Tönen loben.

          Gerhard Gnauck

          Politischer Korrespondent für Polen, die Ukraine, Estland, Lettland und Litauen mit Sitz in Warschau.

          Johannes Leithäuser

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Majid Sattar

          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Dudas Auftritt am Mittwoch im Rosengarten fiel allerdings nicht ganz so überschwänglich aus wie in früheren Zeiten, in denen er den Gastgeber schon mal damit zu umgarnen versucht hatte, die Polen würde eine amerikanische Militärbasis in ihrem Land „Fort Trump“ nennen. Der polnische Wahlkämpfer hatte sich zum einen erhofft, konkretere Zusagen mit zurücknehmen zu können. Zum anderen musste er darauf achten, nicht als jemand dazustehen, den Trump nutzt, um die Europäer gegeneinander auszuspielen. So leitete Duda seine Ausführungen zur amerikanischen Truppenpräsenz in Polen damit ein, dass es „die Möglichkeit“ einer weiteren Erhöhung der Zahl der Soldaten in seinem Land gebe. Er habe kürzlich mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg gesprochen. Beide seien sich einig: Ein Abzug amerikanischer Truppen wäre sehr schädlich für die europäische Sicherheit. Deshalb sei es zutiefst gerechtfertigt, sicherzustellen, dass amerikanische Soldaten in Europa verbleiben. So präsentierte sich Duda als Verteidiger der europäischen Sicherheitsinteressen.

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