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Gipfelfieber in Singapur : Ein Lächeln für Trump und Kim

Singapur macht sich hübsch: Vor dem Gipfel hat jemand eine Kanone mit Blumen bestückt Bild: AFP

Mit Trump-Cocktails, Spezial-Hamburgern und strengen Sicherheitsvorkehrungen bereitet sich der Stadtstaat auf das Großereignis vor. Eine örtliche Zeitung fordert die Einwohner derweil zu außergewöhnlichen Aktionen auf.

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          Die Menschenmenge ist kaum mehr zu halten, als sie die Trump- und Kim-Imitatoren entdeckt. In dem Singapurer Einkaufszentrum müssen sich die beiden Doppelgänger, Howard X und Dennis Alan, durch die Masse gezückter Handys, Kameras und Mikrofone bahnen. Dann darf jeder einmal ein Foto mit ihnen machen – gegen ein Entgelt einiger Singapur-Dollar versteht sich. Doch die Menschen stehen sogar Schlange, um sich mit den beiden Imitatoren, die vielen schon seit den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang aus dem Fernsehen bekannt sind, fotografieren zu lassen. Selbst als sie zwischendurch auf die Toilette gehen, folgt ihnen ein Medienpulk.

          Till Fähnders

          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Wenn man dieser Tage in Singapur unterwegs ist, dann fühlt es sich an, als ob in dem Stadtstaat an einer einzigen riesigen Show gearbeitet wird. Rund 2500 Journalisten werden das Medienzentrum an der Singapurer Formel-1-Strecke bevölkern. Die Polizei baut Absperrungen auf, Bars mixen Trump-Kim-Cocktails und Restaurants verkaufen Gipfel-Hamburger. Die Singapurer Behörden haben eine Gedenkmünze herausgegeben, auf deren Rückseite eine Taube und das Wort „Weltfrieden“ geprägt sind. Dabei ist drei Tage vor dem für Dienstag um drei Uhr morgens deutscher Zeit geplanten Treffen noch nicht einmal klar, was überhaupt dabei herauskommen kann. Manchem Singapurer ist bei dieser Sache deshalb auch nicht ganz wohl. „Ich glaube nicht, dass es Trump wirklich um den Weltfrieden geht. Er streichelt sein eigenes Ego“, sagt eine junge Singapurerin. 

          Gartenspaziergang bei 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit?

          Die Mischung aus Medienzirkus und Geschäftemacherei passt zu dem Ort, an dem der Gipfel am Dienstag stattfinden soll. Die nur fünf Quadratkilometer große Insel Sentosa, die der Hauptinsel Singapurs vorgelagert liegt, ist für ihre Vergnügungsparks, Golfplätze und Strandbars bekannt. Aus dieser artifiziellen Disney-Welt sticht das Gipfel-Hotel Capella allerdings wohltuend heraus. Mit seinem kolonialen Kern und den von Stararchitekt Norman Foster entworfenen Flügeln verbindet das Gebäude moderne Eleganz und Historie mit Meeresblick auf die Straße von Malakka. Bunte Pfauen streifen normalerweise durch den Hotelgarten. Vielleicht werden ja auch Trump und Kim nach ihrem Handschlag etwas durch das tropische Grün flanieren. In jedem Fall aber nur ein paar Minuten, denn im Singapurer Wetter mit etwa 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit hält es keiner lange aus.

          Bilderstrecke

          Für die Öffentlichkeit ist das Hotel in diesen Tagen deshalb schon jetzt gesperrt. Das Taxi kommt nicht einmal bis auf die Auffahrt. „Privatveranstaltung“, sagt der Wachmann. Als wüsste nicht schon jeder, dass die Luxusherberge der Ort für das historische Treffen zwischen Donald Trump und Kim Jong-un sein wird. Die Sicherheitsvorkehrungen sind allerdings umfassend. So wurde ganz Sentosa zu einer Sonderzone mit verschärften Sicherheitsvorkehrungen erklärt, ebenso wie das Gebiet um die Hotels Shangri-La und dem St. Regis weiter im Westen der Stadt. Im Shangri-La hatten schon die Präsidenten Barack Obama und George W. Bush einst genächtigt – nun soll auch Trump dort unterkommen. Kim Jong-un wird wohl im nahegelegenen St. Regis wohnen.

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