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Medienbericht : Trump-Sondergesandter von Kim Jong-un hingerichtet

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Nordkoreas Amerika-Gesandter Kim Hyok-chol verlässt am 23. Februar das Gasthaus der vietnamesischen Regierung in Hanoi. Bild: Reuters

Erschießungen und Arbeitslager – mit einer Reihe von Strafmaßnahmen soll Nordkoreas Machthaber auf den gescheiterten Atomgipfel reagiert haben. Der Sondergesandte soll tot sein, die jüngere Schwester des Diktators ist verschwunden.

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          Nordkoreas Chefunterhändler für den vergangenen Atom-Gipfel mit Amerikas Präsident Donald Trump in Hanoi ist einem Bericht zufolge hingerichtet worden. Das schreibt die südkoreanische Tageszeitung „Chosun Ilbo“ am Freitag unter Berufung auf einen anonymen Informanten aus Nordkorea.

          Kim Hyok-chol soll demnach Ende März auf dem Mirim-Flughafen in Pjöngjang erschossen worden sein, nachdem er aus Vietnam zurückgekehrt war. Dem Informanten zufolge soll der Gesandte der Spionage für die Vereinigten Staaten bezichtigt worden sein, weil er nur dürftig über die Verhandlungen Bericht erstattet hatte.

          Kim hatte das Treffen von Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un und Amerikas Präsident Donald Trump am 27. und 28. Februar in Hanoi gemeinsam mit dem amerikanischen Gesandten Stephen Biegun geplant. Beide Staatschefs reisten am Ende vorzeitig ab, das Treffen wurde allgemein als Fehlschlag gewertet. Nordkoreas Machthaber wollte ein Ende der amerikanischen Sanktionen erreichen. Dafür soll Kim Jong-un aber nur angeboten haben, Teile der Atomanlage Yongbyon stillzulegen. Die amerikanische Seite fordert die vollständige Abrüstung der nordkoreanischen Atomarsenale.

          Zusammen mit Kim Hyok-chol sollen laut dem Bericht von „Chosun Ilbo“ noch vier weitere ranghohe Vertreter des nordkoreanischen Außenministeriums am Mirim-Flughafen erschossen worden sein. Auch ihnen sei Spionage für die Vereinigten Staaten vorgeworfen worden, heißt es. Darüber hinaus sollen drei weitere Vertreter in Lager des Regimes geschickt worden sein. Zu ihnen zähle Kim Jong-uns frühere rechte Hand Kim Yong-chol, ein weiterer Behördenmitarbeiter sowie Kim Jong-uns Übersetzerin während des Hanoi-Gipfels. Ihr sei vorgeworfen worden, Kims Autorität durch einen Übersetzungsfehler „getrübt“ zu haben. Unklarheit herrsche auch über den Aufenthaltsort der jüngeren Schwester des Diktators, Kim Yo-jong. Sie sei seit dem Hanoi-Gipfel nicht mehr gesehen worden, zitierte „Chosun Ilbo“ einen nicht näher benannten Regierungsbeamten.

          Die Zeitung geht davon aus, dass Kim Jong-un die Strafmaßnahmen selbst angeordnet hat. Als mögliches Motiv gelten die Gefahr innerer Unruhen und wachsende, öffentliche Unzufriedenheit wegen des gescheiterten Gipfels.

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