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Nordkoreas Atomwaffen : Trump: „Es kann zu einem großen Konflikt kommen“

  • Aktualisiert am

Bild: Reuters

Donald Trump warnt vor einer möglichen Eskalation im Konflikt mit Nordkorea. Allerdings hofft Amerikas Präsident auf China - und auf einen Charakterzug von Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un.

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          Amerikas Präsident Donald Trump hat vor einer Eskalation im Nordkorea-Konflikt gewarnt. „Am liebsten würden wir diese Dinge diplomatisch lösen, aber das ist sehr schwierig“, sagte Trump am Donnerstag in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters. „Es besteht die Möglichkeit, dass wir am Ende einen großen, großen Konflikt mit Nordkorea haben. Absolut“.

          Zugleich lobte Trump die Hilfe des chinesischen Präsidenten Xi Jinping, bei den Bemühungen, die Führung in Pjöngjang zum Einlenken im Konflikt um ihr Atom- und Raketenprogramm zu bewegen. „Ich denke, er bemüht sich sehr stark.“ Xi wolle sicherlich nicht, dass es zu einer Eskalation und Toten komme.

          Chinas Einfluss

          Unterdessen hat China amerikanischen Angaben zufolge Nordkorea eindringlich vor einem neuen Atomwaffentest gewarnt. Die Regierung in Peking habe Nordkorea deutlich gemacht, dass sie als letzter wichtiger Verbündeter des abgeschotteten Landes eigenständig Sanktionen verhängen werde, sollte es abermals einen Nuklearsprengkopf testen, sagte Amerikas Außenminister Rex Tillerson am Donnerstag im Fernsehsender Fox News.

          Er deute damit an, dass die Bemühungen von Präsident Donald Trump erfolgreich gewesen seien, China dazu zu bewegen, den Druck auf Nordkorea deutlich zu erhöhen und seine möglicherweise bislang schärfste Drohung an die kommunistische Führung in Pjöngjang zu senden. Tillerson sagte weiter, dass der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un Geheimdienstberichten zufolge ein rationaler Mensch sei, mit dem verhandelt werden könne.

          Auch Tillerson wertete das wie Trump als Beleg dafür, dass Peking bereit sei, mit der amerikanischen Regierung zusammenzuarbeiten, um den Druck auf das isolierte kommunistische Land zu erhöhen. Die Vereinigten Staaten gehen davon aus, dass Peking großen Einfluss auf Pjöngjang hat.

          Trump hofft auf Kims Vernunft

          Präsident Trump sagte in Bezug auf den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un, er könne ihn nur schwer einschätzen. Er hoffe, dass Kim ein vernünftiger Mensch sei.

          Der Konflikt hatte sich zuletzt immer weiter verschärft. Trump kündigte ein härteres Vorgehen gegen Nordkorea als seine Vorgänger an und schloss einen Militärschlag nicht aus. Trotz internationaler Kritik und verschärften UN-Sanktionen treibt Nordkorea sein Atom- und Raketenprogramm voran. In den vergangenen Monaten hat das Land verstärkt Raketen getestet, nachdem es im vorigen Jahr zwei Atomtests durchgeführt hatte. Das abgeschottete Land verstößt damit gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats.

          Derweil hat die amerikanische Regierung am Mittwoch mit dem Aufbau eines umstrittenen Raketenabwehrsystems in Südkorea begonnen. Am Freitag berät der UN-Sicherheitsrat über den Konflikt. Bei der Sitzung soll UN-Generalsekretär António Guterres das Gremium über die Lage informieren. Für die Vereinigten Staaten, die derzeit den monatlich rotierenden Vorsitz des Rats innehaben, nimmt Tillerson teil.

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