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Maßnahme gegen Lateinamerikaner : Trumps Heimatschutzminister will Einwandererfamilien trennen

  • Aktualisiert am

Donald Trumps Heimatschutzminister John Kelly Bild: EPA

Illegal einreisende Lateinamerikaner sollen nach dem Willen von Amerikas Heimatschutzminister John Kelly künftig von ihren Kindern getrennt werden, während sie verhört werden. Die Maßnahme soll der Abschreckung dienen.

          Der amerikanische Heimatschutzminister John Kelly will künftig illegal einreisende Menschen aus Lateinamerika zur Abschreckung von ihren Kindern trennen. „Das ist genau das, was ich beabsichtige“, sagte Kelly am Montag auf eine entsprechende Frage von CNN-Moderator Wolf Blitzer. Die Kinder sollen vorübergehend bei Pflegefamilien oder bei bereits in den Vereinigten Staaten lebenden Verwandten untergebracht werden, während ihre Eltern verhört würden. „Es wird sich gut um sie gekümmert.“

          Das Heimatschutzministerium ziehe alles in Betracht, was Menschen aus Lateinamerika von der gefährlichen Reise über Mexiko in die Vereinigten Staaten abschrecken könne, sagte Kelly. Die Menschen seien Schleusern ausgeliefert, ein Großteil der Frauen werde sexuell missbraucht.

          Kelly ist mit der Umsetzung neuer Einwanderungsrichtlinien betraut und soll den von Präsident Donald Trump per Dekret angeordneten Bau einer Mauer entlang der 3200 Kilometer langen Grenze zu Mexiko überwachen. Mit der Mauer will Trump die illegale Einwanderung bekämpfen. Die Kosten für die Mauer soll Mexiko tragen. Die mexikanischen Regierung lehnt das ab. Die Beziehungen beider Länder haben sich seit Trumps Amtsantritt deutlich verschlechtert.

          Amerikas Präsident hatte am Montag einen neuen Anlauf unternommen, Bürgern aus mehreren muslimischen Staaten die Einreise in die Vereinigten Staaten zu verwehren. Der Republikaner unterzeichnete dem Präsidialamt zufolge eine überarbeitete Version eines Erlasses, der zu massiver Kritik im In- und Ausland und mehr als 20 Klagen geführt hatte. Unter anderem ist nun der Irak nicht mehr unter den betroffenen Staaten. Ein Regierungsvertreter erklärte, trotz der zahlreichen  Änderungen werde auch der zweite Erlass „das Land schützen und unsere Sicherheit gewährleisten“. Kritiker zeigten sich in ersten Reaktionen nicht überzeugt. Der ranghöchste Demokrat im Senat, Chuck Schumer, sprach von einem gefährlichen und  un-amerikanischen Dekret, das aufgehoben werden müsse.

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