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Trump lobt Putin für Verzicht : „Habe immer gewusst, dass er sehr klug ist“

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Wladimir Putin vor seiner jährlichen Pressekonferenz vor Weihnachten Bild: AFP

Wladimir Putin lehnt überraschend Gegensanktionen gegen die Vereinigten Staaten ab. Einen wichtigen Amerikaner macht er damit besonders glücklich.

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          Der designierte amerikanische Präsident Donald Trump hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin dafür gepriesen, dass er nach den neuen Sanktionen von Präsident Obama vorerst auf Gegenmaßnahmen verzichtet. Das sei ein großartiger Zug, schrieb Trump am Freitag im Kurznachrichtendienst Twitter. „Ich habe immer gewusst, dass er sehr klug ist.“

          Zuvor hatte der russische Präsident Putin den Vorschlag seines Außenministers abgelehnt, amerikanische Diplomaten auszuweisen. „Wir werden niemanden außer Landes schicken“, erklärte Putin am Freitag nach Angaben des Kreml. Als Reaktion auf die neuen amerikanischen Sanktionen wegen mutmaßlicher Hackerangriffe hatte der russische Außenminister am Morgen angekündigt, 35 amerikanische Diplomaten ausweisen zu wollen.

          „Wir können solche Eskapaden natürlich nicht ohne Antwort lassen“, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow der Agentur Tass zufolge am Freitag in Moskau. Daher schlage das Außenamt Präsident Wladimir Putin vor, 31 Mitarbeiter der Botschaft in Moskau sowie vier Diplomaten des Generalkonsulats in St. Petersburg zur Persona non grata zu erklären. Wie die Nachrichtenagentur Tass berichtet, will Putin diesem Schritt nicht folgen.

          Der scheidende Präsident der Vereinigten Staaten Barack Obama hatte am Donnerstag mit ungewöhnlich harten Sanktionen auf angebliche Hackerangriffe während des amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfes reagiert. Die Strafmaßnahmen richten sich unter anderem gegen die Geheimdienste GRU und FSB sowie gegen mehrere Unternehmen. Zudem wurden 35 russische Diplomaten des Landes verwiesen.

          Obama hatte die Sanktionen als „notwendige Antwort“ auf Versuche dargestellt, den Interessen der Vereinigten Staaten zu schaden. „Alle Amerikaner sollten von den Aktionen Russlands alarmiert sein.“ Der Konflikt bringt das ohnehin zerrüttete Verhältnis zwischen Moskau und Washington auf einen neuen Tiefpunkt.

          Nutzung von Anwesen untersagt

          Chefdiplomat Lawrow wies die Vorwürfe als haltlos zurück. Zusätzlich zur Ausweisung der Diplomaten solle den Vereinigten Staaten die Nutzung eines Erholungszentrums im Nordwesten Moskaus sowie eines Lagergebäudes untersagt werden, hieß es weiter.

          Zuvor hatten in den Vereinigten Staaten Gerüchte über die mögliche Schließung einer amerikanischen Schule in der Hauptstadt Moskau für Wirbel gesorgt. Das Außenministerium dementierte entsprechende Berichte. „Das ist eine Lüge. Nach allem zu urteilen ist das Weiße Haus komplett verrückt geworden, indem es jetzt beginnt, sich Sanktionen gegen Kinder auszudenken“, sagte Sprecherin Maria Sacharowa.

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