https://www.faz.net/-gpf-8zrbq

Trump in Paris : Geschichtsstunde unter Präsidenten

  • Aktualisiert am

Die Präsidenten Trump und Macron während ihrer Pressekonferenz Bild: Reuters

In Paris klammern die Präsidenten Trump und Macron ihre Streitthemen weitgehend aus. Stattdessen reden sie über die gemeinsame Vergangenheit. Für das Klima heißt das nichts Gutes.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump hat bei einer Pressekonferenz mit dem französischen Staatschef Emmanuel Macron die tiefe historische Verbundenheit beider Länder betont. „Frankreich kann stolz auf sich sein“, sagte Trump. Amerikanische und französische Soldaten hätten zusammen für die amerikanische Unabhängigkeit und im Ersten Weltkrieg gekämpft – und wären zusammen gestorben. „Wir waren immer verbunden gewesen, heute vielleicht sogar mehr als je zuvor“, so Trump.

          Gleichzeitig sagten beide, die Zusammenarbeit im freien Handel, in Sicherheit und Klimaschutz weiter zu stärken. Im Kampf gegen den Terrorismus hätten sie gemeinsame Interessen, im Internet wollen sie gegen Cyberkriminalität vorgehen. Trump nannte Nordkorea und Iran als derzeit größte Bedrohungen. „Wir treten entschlossen gegen die Feinde der Freiheit“, sagte er.

          Beim Streitthema Klimaschutz sind sich beide einig, nicht einig zu sein. „Ich respektiere die Meinung von Präsident Trump.“ Die Meinungsverschiedenheiten sind laut Macron ein Ergebnis von Trumps Wahlkampfversprechen, die der Franzose respektiere. „Schauen wir erst einmal“, antwortete Trump mit Blick auf das Pariser Klimaschutzabkommen und einer Streitbeilegung: „Wenn es dazu kommt, wäre das wunderbar, wenn nicht, auch okay“, sagte Trump auf Rückfrage einer Journalistin.

          Russland-Affäre verfolgt Trump bis Paris

          Präsident Macron hatte schon beim G-20-Gipfel in Hamburg eine neue Klimakonferenz für Dezember in Paris angekündigt. In der Abschlusserklärung des Gipfeltreffens wurden erstmals die inhaltlichen Differenzen zwischen Europa und Amerika offen benannt.

          Einigkeit gibt es dagegen bei Syrien und Irak. Dort soll die gemeinsame Arbeit fortgesetzt werden. Die beiden Staatschefs sprachen über eine Zeit nach dem Krieg. „Wir brauchen für die Nachkriegszeit in Syrien einen Plan.“ In den nächsten Wochen soll eine Initiative zwischen Diplomaten beider Länder ausgearbeitet werden. Gleiches gelte demzufolge auch für das Bürgerkriegsland Libyen.

          Auch die Russland-Affäre um Trump verfolgt den amerikanischen Präsidenten bis Paris. Er verteidigte seinen „wunderbaren“ Sohn. „Viele Leute hätten sich darauf eingelassen, es sind übliche Dinge“, sagte Trump über das Treffen mit einer russischen Anwältin, die dem Kreml nahestehen soll. Gleichzeitig kritisierte Trump abermals die Medien: „Ich denke, die Presse hat das aufgebauscht.“ Bei dem Treffen mit der Russin hat es Trump zufolge keine Ergebnisse gegeben.

          Die Konferenz zwischen beiden Staatspräsidenten hatte verspätet begonnen. Am Donnerstagabend des zweitägigen Aufenthalts folgt ein Abendessen im Eiffelturm. „Wir werden heute Abend als Freunde zum Essen gehen“, so Macron. Am Freitag werden Donald Trump und die First Lady, Melania Trump, bei der Parade zum französischen Nationalfeiertag dabei sein. Der 14. Juli erinnert an den Sturm auf die Bastille.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Klopp beim FC Liverpool : Kurz vor der Königsweihe

          Jürgen Klopp hat mit Liverpool die Champions League gewonnen, die Fans aber sehnen seit beinahe dreißig Jahren die Meisterschaft herbei. Sie wollen nicht mehr warten.
          Peter Schaar ist Vorsitzender der Europäischen Akademie für Informationsfreiheit und Datenschutz

          Ein Datenschützer im Gespräch : „Es ist ein Spiel mit dem Feuer“

          Kameras an öffentlichen Plätzen gehören nicht nur in China zum alltäglichen Bild. Aber führt Massenüberwachung wirklich zu größerer Sicherheit für den Einzelnen? Ein Gespräch mit dem Datenschutzfachmann Peter Schaar.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.