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Neues Soziales Netzwerk : Donald Trump pachtet die Wahrheit

Donald Trump im Oktober in Iowa Bild: AFP

Der frühere amerikanische Präsident will mit „Truth Social“ der „Tyrannei“ der liberalen Tech-Giganten entgegentreten. Endlich bekomme Amerikas „Lieblingspräsident“ wieder ein Stimme.

          3 Min.

          Der ehemalige amerikanische Präsident Donald Trump hat angekündigt, ein eigenes Soziales Netzwerk namens „Truth Social“ aufzubauen, um dem „liberalen Medien-Kartell“ Konkurrenz zu machen und gegen die Technologieriesen des Silicon Valleys anzukämpfen. Diese würden ihre Macht einseitig nutzen, um oppositionelle Stimmen zum Schweigen zu bringen, heißt es in der Ankündigung von Mittwoch.

          Winand von Petersdorff-Campen
          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Trump darf seit neun Monaten Facebook, Twitter und andere soziale Plattformen nicht mehr zu Verbreitung seiner Botschaften nutzen, weil er nach Einschätzung der betreibenden Unternehmen den Sturm auf das Kapitol mit seinen Aussagen befeuert hatte. Bevor er verbannt wurde, hatte Trump allein auf Twitter 89 Millionen Follower.

          „Ich habe ,TRUTH Social‘ entwickelt, damit es sich der Tyrannei der Technologieriesen widersetzt. Wir leben in einer Welt, in der die Taliban eine große Präsenz auf Twitter haben, aber Eurer Lieblings-Präsident stumm gestellt wurde“, wird Trump in der Pressemitteilung zitiert. Das sei nicht akzeptabel. Er werde seine erste „Wahrheit“ in Kürze aussenden und sei deshalb sehr aufgeregt. Trump hatte kürzlich Klage gegen Twitter eingereicht mit dem Ziel, das sein Nutzerkonto wieder freigeschaltet wird.

          300 Millionen Dollar zur Verfügung

          Truth Social“ hat bereits ein Symbol im Appstore und kann dort vorbestellt werden. Die Freischaltung ist für den 22. Februar des kommenden Jahres geplant, eine Testversion soll im kommenden Monat eingeladenen Kunden zur Verfügung gestellt werden.

          Die Finanzierung ist vorläufig gesichert, wenngleich sie etwas fragil scheint: Die vom ehemaligen Präsidenten für diesen Zweck gegründete Trump Media & Technology Group fusioniert dafür mit einer börsennotierten Gesellschaft namens Digital World Acquisition Group. Im Fachjargon heißen solche schwer in Mode gekommenen Gesellschaften „special-purpose acquisition company“ oder SPAC. Das sind Mantelgesellschaften, die Investorenkapital gesammelt haben und den Zweck verfolgen, vielversprechende Unternehmen zu übernehmen und ihnen beschleunigten Zugang zur Börse zu verschaffen.

          Digital World verfügt über knapp 300 Millionen Dollar, mit denen die Expansion bezahlt werden soll. Die Investoren haben allerdings das Recht, das Geld abzurufen, wenn ihnen das Akquisitionsziel nicht gefällt. Solche Rückzahlungen an Investoren haben in den vergangenen Monaten einen Höchststand erreicht, nachdem viele von übernommenen Unternehmen ihre Ziele verfehlten.

          Bei Erfolg der Transaktion wäre die Trump Media & Technology Group ein börsennotiertes Unternehmen. Es gibt seinen eigenen anfänglichen Unternehmenswert mit 875 Millionen Dollar an, der sich auf 1,7 Milliarden Dollar verdoppeln könnte. Diese Summe basiert allerdings auf unspezifizierten Kursentwicklungen einer Aktie, die bisher noch nicht einmal an der Börse notiert ist. Die Mantelgesellschaft setzt darauf, Trumps große Anhängerschaft zu Geld machen zu können, macht der SPAC-Chef Patrick Orlando klar.

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