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Trump gegen Assad und Co. : „Einen großen Preis zu zahlen“

  • Aktualisiert am

Amerikas Präsident Donald Trump (Archivbild) Bild: AFP

Nach dem mutmaßlichen Chemiewaffen-Angriff in Syrien hat Donald Trump Russland, Iran und den syrischen Machthaber Assad verbal angegriffen. Ein Republikaner fordert ihn zum Handeln auf.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump hat Russlands Präsidenten Wladimir Putin sowie dem Iran eine Mitverantwortung für den mutmaßlichen Chemiewaffen-Angriff in Syrien gegeben. „Präsident Putin, Russland und Iran sind verantwortlich für die Rückendeckung des Tieres Assad“, schrieb Trump am Sonntag mit Blick auf Syriens Präsident Baschar al Assad auf Twitter. Es werde ein hoher Preis zu zahlen sein, kündigte Trump an, ohne Details zu nennen.

          Trump forderte die syrische Regierung auf, sofort humanitäre Hilfe von außen zuzulassen. „Öffnet das Gebiet sofort für humanitäre Hilfe und zur Begutachtung“, schrieb er. „Noch eine humanitäre Katastrophe ohne erkennbaren Grund. Krank!“ Gegenwärtig sei das Gebiet komplett unzugänglich für die Außenwelt.

          Die syrischen Hilfsorganisationen Weißhelme und Syrian American Medical Society berichteten in einer gemeinsamen Erklärung, nach dem Luftangriff am Samstagabend seien mehr als 500 Menschen mit Symptomen einer Chlorgasvergiftung in Behandlungszentren eingeliefert worden. Demnach starben sechs Opfer im Krankenhaus, Rettungshelfer bargen zudem 42 Leichen mit Anzeichen einer Chlorgasvergiftung aus Wohnhäusern. Von den Weißhelmen veröffentlichte Videos zeigten am Boden liegende und sich krümmende Opfer mit gelblicher Haut und Schaum vor dem Mund. Andere Bilder zeigten, wie Mediziner reglosen Kindern Sauerstoffmasken aufs Gesicht drückten.

          Trump machte seinem Amtsvorgänger Barack Obama Vorwürfe, nicht entschlossen genug im Syrien-Konflikt durchgegriffen zu haben. „Wenn er seine selbstgezogene rote Linie im Sand überschritten hätte, dann wäre das syrische Desaster längst zu Ende“, schrieb Trump. „Das Tier Assad wäre Geschichte.“ Ein Vertreter der syrischen Regierung wies die Vorwürfe als „Farce“ zurück. Darauf bezogen sprach am Sonntag der republikanische Senator Lindsey Graham von einem „entscheidenden Moment“ in Trumps Präsidentschaft. Trump könne nun die Entschlossenheit zeigen, die sein Vorgänger Barack Obama nie gezeigt habe, sagte Graham in der ABC-Sendung „This Week“.

          Graham erklärte, dies dürfe keine leere Drohung bleiben, ansonsten erscheine der amerikanische Präsident in den Augen Russlands und Irans als schwach.

          „China wird seine Handelsbarrieren abbauen“

          Auch im Handelsstreit mit China hat Trump nachgelegt. „China wird seine Handelsbarrieren abbauen, weil es das Richtige ist", schrieb der Präsident auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Zudem werde es eine Einigung mit Blick auf geistiges Eigentum und gegenseitige Zölle geben.

          Vor dem Wochenende hatte sich der Konflikt zwischen beiden Staaten weiter hochgeschaukelt. So hatte Peking auf die Trump-Drohung weiterer Strafzöllen auf Importe im Wert von Hundert Milliarden Dollar scharf reagiert und mit Vergeltung gedroht.

          Trump versicherte nun, dass er und Chinas Staatspräsident Xi Jinping immer Freunde sein würden, „egal was im Handelskonflikt passiert“. Trump beendete seinen Tweet mit den Worten: „Großartige Zukunft für beide Länder!“

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