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Trump empfängt Rückkehrer : Venezuela lässt inhaftierten Amerikaner frei

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Freude über Freilassung: Donald Trump begrüßt Joshua Holt nach seiner Rückkehr aus Venezuela im Oval Office des Weißen Hauses. Bild: dpa

Die Freude über seine Freilassung war riesengroß bei Josh Holt. Der junge Amerikaner saß zwei Jahre in einem Gefängnis in Venezuela. Nach seiner Rückkehr empfing ihn der Präsident.

          Nach fast zwei Jahren Haft in einem venezolanischen Gefängnis sind ein amerikanischer Bürger und dessen Frau freigelassen worden. Präsident Donald Trump empfing das Paar nach dessen Ankunft in den Vereinigten Staaten am Samstag im Weißen Haus. Die venezolanische Regierung nannte die Freilassung eine „Geste“ zur Förderung diplomatischer Gespräche, Washington will jedoch an Sanktionen festhalten.

          Er sei „von Dankbarkeit überwältigt“, sagte der 26 Jahre alte  Josh Holt, der wegen angeblicher Umsturzpläne inhaftiert worden war, bei seinem Treffen mit Trump. Es seien „sehr, sehr, sehr schwierige zwei Jahre“ gewesen. Der Präsident sprach von einer „schwierigen Angelegenheit“. Das Paar sei „sehr tapfer gewesen“.

          Holt war nach Venezuela gereist, um die Venezolanerin Thamara Caleno zu heiraten, die er über das Internet kennengelernt hatte. Kurz nach der Hochzeit wurde das Paar verhaftet und beschuldigt, Waffen besessen und eine Destabilisierung der Regierung von Nicolás Maduro geplant zu haben. Hochrangige Vertreter der sozialistischen Regierung beschuldigten Holt anschließend der Spionage.

          Der Freilassung der beiden war ein Treffen des republikanischen Senators Bob Corker mit Maduro in Caracas vorausgegangen. Er leitet den Auswärtigen Ausschuss des US-Senats. Schon seit zwei Jahren hatte sich Utahs Senator Orrin Hatch (Republikaner) für die Freilassung des Paares eingesetzt. Auch Holt stammt aus Utah.

          Maduro habe die Freilassung von Joshua Holt und dessen Frau als Geste des guten Willens verfügt, sagte Venezuelas Kommunikationsminister Jorge Rodriguez. Sein Land wünsche sich „respektvolle diplomatische Beziehungen“.

          Vizepräsident Mike Pence stellte indes umgehend klar, dass die amerikanische Regierung ihre Strafmaßnahmen gegen das südamerikanische Land nicht lockern werde. Trotz der Freilassung Holts „bleiben die Sanktionen so lange in Kraft, bis die Demokratie nach Venezuela zurückgekehrt ist“, erklärte Pence im Kurzbotschaftendienst Twitter.

          Das Weiße Haus dankte Maduro in einer Mitteilung „für die Freilassung des zu Unrecht inhaftierten US-Bürgers“. Zugleich hieß es darin, die Vereinigten Staaten würden den Druck auf Venezuela so lange aufrechterhalten, bis es dort neue Präsidentschaftswahlen gebe.

          Die Vereinigten Staaten fahren seit Jahren einen harten außenpolitischen Kurs gegen Maduro, dem sie die Aushöhlung der Demokratie in dem ölreichen Land vorwerfen. Erst nach dem umstrittenen Wahlsieg Maduros bei der Präsidentenwahl am 20. Mai hatte Washington neue Wirtschaftssanktionen verhängt. Beide Länder wiesen in Folge der neuen Zuspitzung daraufhin wechselseitig Diplomaten aus.

          Die EU-Außenminister wollen bei einem Treffen am Montag in Brüssel einen Grundsatzbeschluss zur Verhängung weiterer Sanktionen fassen. Dabei geht es um Einreiseverbote und Vermögenssperren gegen Verantwortliche, die mit der Organisation der international kritisierten Wahl befasst waren.

          Maduro hatte die Präsidentenwahl mit deutlichem Vorsprung gewonnen und sich so eine zweite Amtszeit bis 2025 gesichert. Das wichtigste Oppositionsbündnis MUD hatte den Urnengang boykottiert. Die Wahlbeteiligung lag unter 50 Prozent.

          Venezuela leidet unter einer schweren Wirtschaftskrise. Es ist von einer galoppierenden Geldentwertung betroffen, in diesem Jahr wird mit einer Inflationsrate von 13.000 Prozent gerechnet. Es gibt große Versorgungsprobleme bei Lebensmitteln und anderen Gütern des täglichen Bedarfs. Hunderttausende Venezolaner halten sich deshalb in Nachbarländern wie Brasilien und Kolumbien auf.

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