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Massenflucht von Migranten : Trump droht mit Schließung der Grenze zu Mexiko

  • Aktualisiert am

Eine Migrantenfamilie aus Honduras erreicht Guatemala-Stadt auf dem Weg in die Vereinigten Staaten. Bild: AFP

Tausende fliehen aus Honduras vor Gewalt und Armut. Ihr Weg in die Vereinigten Staaten führt über Mexiko. Präsident Trump droht deshalb nun, die Grenze zum Nachbarland schließen zu lassen – und spricht von „Ansturm“ und „Angriff“.

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          Wegen der Massenflucht aus Zentralamerika hat Amerikas Präsident Donald Trump mit der Schließung der amerikanischen Grenze zu Mexiko gedroht. Mexiko müsse „diesen Ansturm“ von Migranten stoppen, anderenfalls werde er das amerikanische Militär einschalten und die südliche Grenze der Vereinigten Staaten schließen, schrieb Trump am Donnerstag im Kurzbotschaftendienst Twitter.

          Trump schrieb von einem Angriff durch Guatemala, Honduras und El Salvador auf Amerika, „angeführt von der demokratischen Partei“. Dieser Angriff sei für Trump als Präsident „viel wichtiger als Handel“ schrieb Trump mit Blick auf das erst kürzlich ausgehandelte Freihandelsabkommen zwischen Amerika, Kanada und Mexiko.

          Trump attackiert immer wieder Immigranten

          Trump hatte bereits im Präsidentschafts-Wahlkampf 2016 angekündigt, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu bauen, dafür aber vom Kongress kein Geld erhalten. Er hat immer wieder Immigranten attackiert und illegal Zugewanderten vorgeworfen, die Sicherheit der Vereinigten Staaten zu gefährden. Im April hatte Texas damit begonnen, die Nationalgarde an die Grenze zu Mexiko zu verlegen. Sie ist eine Reserveeinheit der amerikanischen Streitkräfte, die den Gouverneuren der Bundesstaaten untersteht, teilweise aber auch dem Präsidenten. Die Nationalgarde übernahm bereits unter früheren Präsidenten Aufgaben an der Grenze zu Mexiko.

          In den vergangenen Tagen hatten sich tausende Honduraner wegen der Gewalt und Armut in ihrem Land zu Fuß auf den Weg in die Vereinigten Staaten gemacht. Eine Gruppe von etwa tausend Migranten erreichte als Zwischenziel das Nachbarland Guatemala, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

          In einer von der katholischen Kirche betriebenen Einrichtung in der Hauptstadt Guatemala-Stadt ruhten sich die Migranten am Mittwoch (Ortszeit) von ihrem stundenlangen Marsch aus, um dann über Mexiko weiter Richtung Vereinigte Staaten zu laufen. Eine weitere Gruppe von rund tausend Migranten aus Honduras hielt sich im Osten von Guatemala auf. Etwa 500 ihrer Landsleute überschritten die Grenze von El Salvador, um von dort ebenfalls nach Guatemala und schließlich in die Vereinigten Staaten zu wandern.

          Massenexodus begann am Samstag

          Honduras gehört insbesondere wegen der mächtigen Banden und des Drogenhandels zu den Ländern mit den weltweit höchsten Gewaltraten. Außerdem leben 68 Prozent der neun Millionen Einwohner in Armut.

          Der Massenexodus aus dem zentralamerikanischen Land hatte am Samstag begonnen, als mehr als 2000 Honduraner einem Aufruf in den Online-Netzwerken folgten und in San Pedro Sula gen Norden aufbrachen. Ein Großaufgebot der guatemaltekischen Polizei versuchte zwar, die Honduraner aufzuhalten. Aufgrund ihrer großen Zahl gelang es ihnen aber schließlich, das guatemaltekische Dorf Esquipulas zu erreichen und von dort aus in Gruppen nach Guatemala-Stadt weiter zu ziehen.

          Die Massenflucht bringt die Regierungen von Honduras und der Transitländer in eine schwierige Lage, weil die amerikanische Regierung eine ungeordnete Einwanderung auf jeden Fall verhindern will. Präsident Donald Trump drohte bereits am Dienstag via Twitter, seine Regierung werde Honduras, Guatemala und El Salvador alle finanziellen Hilfen streichen, wenn sie diese Menschen „mit der Absicht, illegal in unser Land zu kommen“, bis in die Vereinigten Staaten ziehen ließen.

          Guatemalas Staatschef Jimmy Morales sagte, er habe mit seinem Kollegen aus Honduras, Juan Orlando Hernández, und dem amerikanischen Vizepräsidenten Mike Pence gesprochen, „um eine Migration zu verhindern, die Personen wie Länder gefährdet“. Zugleich kümmere sich sein Land in Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen um die Unterbringung und Versorgung der Migranten.

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