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Anti-Trump-Proteste in London : Ein Willkommen auf die britische Art

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Trump-Baby über London: Aktivisten lassen einen Ballon in der Nähe des britischen Parlaments in die Luft steigen. Bild: dpa

Ein freundlicher Empfang für Donald Trump sieht anders aus: Über London schwebt ein aufblasbares Trump-Baby. Dazu sollen über den Tag hinweg mehrere Protestaktionen gegen den Besuch des Präsidenten stattfinden.

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          Der amerikanische Präsident besucht Großbritannien. Eine Meldung, die in den vergangenen Jahrzehnten an Normalität kaum zu überbieten gewesen wäre. Immerhin sind die Briten mit den Vereinigten Staaten seit vielen Jahren freundschaftlich verbunden. Doch in Zeiten, in denen der amerikanische Präsident Donald Trump heißt, muss das nicht viel bedeuten.

          Trump selbst hatte vor der Abreise zu einem zweitägigen Besuch auf der Insel noch behauptet: „In Großbritannien mögen sie mich sehr.“ Das jedoch darf zumindest bezweifelt werden. Denn sein Besuch sorgt für reichlich Aufregung – und das nicht nur, weil er in einem Interview die Brexit-Pläne von Premierministerin Theresa May kritisiert hatte.

          Mehrere Zehntausend Briten wollen am Freitag im ganzen Land gegen Trumps Politik auf die Straße gehen. Sie kritisieren vor allem seinen ausländerfeindlichen und repressiven Politikstil. Ihre Botschaft: Trump ist in Großbritannien nicht willkommen.

          Am Freitagvormittag ließen Aktivisten neben dem britischen Parlament in London ein riesengroßes aufblasbares Trump-Baby in die Luft steigen. Der Ballon zeigt den amerikanischen Präsidenten, wie er eine Windel trägt und ein Smartphone in den Händen hält. Londons Bürgermeister Sadiq Khan hatte vor einer Woche grünes Licht für die ungewöhnliche Aktion gegeben, forderte die Aktivisten aber zu einem friedlichen Protest auf.

          Trump zeigte sich in einem Interview mit der britischen Boulevard-Zeitung „The Sun“ enttäuscht über den Protest der Londoner. „Ich schätze, wenn sie Ballons herausholen, damit ich mich nicht willkommen fühle, gibt es keinen Grund für mich nach London zu kommen“, sagte er.

          Khan wies unterdessen Kritik an der Protestaktion zurück. „Ehrlich gesagt, ist die Idee, dass wir das Recht auf Meinungsfreiheit einschränken, weil sich ein ausländischer Politiker auf den Schlips getreten fühlen könnte, ein Gang am Abgrund“, sagte der Londoner Bürgermeister dem BBC-Radio am Freitag.

          Über den ganzen Tag hinweg sind in Großbritannien verschiedene Aktionen gegen den Trumps Besuch geplant. Der größte Protestmarsch soll am Mittag in London stattfinden. Er steht unter dem Motto „Zusammen gegen Trump“. Die britische Polizei erwartet dabei mehr als 100.000 Demonstranten.

          Sollte diese Zahl erreicht werden, wäre es eine der größten Kundgebungen seit den Protesten gegen die von Amerika und Großbritannien angeführte Invasion im Irak im Jahr 2003. Die Route des Protestmarsches führt quer durch die Londoner Innenstadt, vom Portland Place zum Trafalgar Square. Englischen Medienberichten zufolge planen auch muslimische Gruppen nach dem Freitagsgebet einen Protest. 

          Bereits am Donnerstag hatte es Unmutsbekundungen gegen Trumps Besuch gegeben. Aktivisten der Organisation Amnesty International hatten an einer Brücke in der Nähe des Riesenrads „London Eye“ ein Banner befestigt, das Trump als „Alptraum der Menschenrechte“ bezeichnet.

          In der Nacht zu Freitag hatten Aktivisten versucht, Trump am Schlafen zu hindern. Vor der Botschaftsresidenz Winfield House, in der Trump während seines Besuchs übernachtet, sorgten sie mit Töpfen, Pfannen, Trommeln und Vuvuzelas für reichlich Lärm. Inwiefern sich der Präsident dadurch gestört fühlte, blieb aber unklar.

          Derweil trifft sich Trump am Freitagmittag zu einem „Working Lunch“ mit der britischen Premierministerin May. Am Abend steht ein Besuch bei Königin Elizabeth II. auf dem Programm. Anschließend reist Trump weiter nach Schottland, wo er sich zusammen mit seiner Frau Melania in einem seiner Golf-Ressorts ein wenig erholen möchte. Das Trump-Baby könnte den Präsidenten nach Angaben von Aktivisten dorthin begleiten. Die Organisatoren des Protests hätten einen Antrag gestellt, den Ballon nahe Trumps Golf-Resort fliegen zu lassen.

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