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Trump-Anhänger : Die Katze heißt Covfefe

  • -Aktualisiert am

„Trump war mein ganzes Leben.“: Kraig Moss macht Vorwahlkampf im Januar 2015 in Iowa. Bild: Getty

Im Wahlkampf haben wir viele Anhänger Donald Trumps vorgestellt. Einige haben unserem Korrespondenten nun erzählt, wie er ihnen nach einem Jahr als Präsident gefällt. Sechs Gespräche über Mauer und Moral, Tweets und Theologie. Und über die Resistance.

          10 Min.

          Ich bin von unserem Präsidenten enttäuscht und angewidert...“ Weiter kommt Claudia Simpson nicht, so sehr muss sie über ihren Scherz lachen. Dann wird die pensionierte Lehrerin ernst. „Ich liebe alles, was Donald Trump gesagt oder getan hat. Er hat meine Erwartungen übertroffen.“ Die waren immer hoch. Noch vor der Vorwahl in ihrer Heimat South Carolina hatte Simpson den Kandidaten Anfang 2016 als ihren Mentor bezeichnet. Trumps Business-Büchern verdanke sie ihren Neustart als Gesundheitscoach. Nun opfere sich der Milliardär für Amerika auf.

          Andreas Ross
          Verantwortlicher Redakteur für Nachrichten und Politik Online.

          „Meine Firma läuft bestens“, versichert Simpson, die mittlerweile Urgroßmutter ist. Auch ihr Sohn sei nach seinem Master-Abschluss sofort befördert worden. In der Nachbarstadt erhöhe BMW die Löhne. „Wir erleben ein goldenes Zeitalter, weil unser Mann am Steuer sitzt.“ Selbst Schwarze fänden leichter denn je Jobs. „Unsere Medien hatten ihnen natürlich erklärt, dass Trump ein Rassist ist.“ Simpson schlägt einen sarkastischen Ton an. „Klar, der Mann, der Jerusalem zur Hauptstadt Israels macht, ist ein Nazi.“ CNN oder der „New York Times“ dürfe man ohnehin nichts glauben, so oft seien sie beim Lügen erwischt worden. Das könnte man erst recht über Trump sagen – aber dieser Einwand weckt die gestrenge Lehrerin in der Pensionärin. „Haben Sie mich angerufen, um Donald Trump in den Dreck zu ziehen?“, fragt sie schneidend. „Hören Sie mir einfach zu!“ Die Trump-Schelte der Medien „empfinden wir als tägliche Ohrfeige“. Wenn Simpson „wir“ sagt, meint sie die Trump-Fans in nah und fern, mit denen sie frühstückt oder facebookt. Freunde haben ihre Katze Covfefe genannt, nach dem Buchstabensalat, den der Präsident in einer Mainacht twitterte. Als Trump sich neulich zum „sehr stabilen Genie“ erklärte, „da haben wir gleich einen neuen Hashtag verbreitet, #PotusVSG“: President of the United States, very stable genius. Außerdem, sagt Simpson, „haben wir beste Beziehungen ins Militär“. Von einem General habe sie erfahren, dass man Nordkorea nicht fürchten müsse. Es sei einfach erfrischend, wie Trump Kim Jong-un mit Tweets traktiere. „Unser voriger Präsident hat jedem Herrscher den Ring geküsst“, sagt Simpson. Der Name Obama kommt ihr nicht mehr über die Lippen. „Trump erinnert Kim lieber daran, dass er den größeren Atomknopf hat.“ Im Wahlkampf hatte Claudia Simpson versichert, Trump werde sich bald mäßigen. Er verhalte sich wie ein Lehrer: „Am Anfang des Schuljahrs verschaffst du dir Respekt, um Weihnachten kannst du lockerer werden.“ Simpson gibt zu, dass für Trump noch nicht Weihnachten ist. „Wegen der ‚Resistance‘ sind wir noch nicht so weit. Aber lang kann es nicht mehr dauern. Zuerst haben sie gesagt: Er tritt nie an. Dann: Er ist nur ein Clown. Dann: Er ist ein Rassist. Dann: Er hasst Frauen. Dann: O nein, er ist ein Frauenheld. Als das alles nicht fruchtete, haben sie ihn für verrückt erklärt. Was soll jetzt noch kommen?“ Die Demokraten wollten nur das eine: Ausländer ins Land holen, „um mit Wählern zu gewinnen, die kein Englisch können“. Doch Trump werde die Mauer bauen. Claudia Simpson lacht so befreit wie zu Beginn. „Ich glaube sogar daran, dass Mexiko sie bezahlt.“

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