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Trotz UN-Resolution : Steht Ost-Ghouta vor der Erstürmung?

  • Aktualisiert am

Das vom Syrischen Zivilschutz („Weißhelme“) zur Verfügung gestellte Foto zeigt ein Mitglied des Zivilschutzes, der während Luftangriffen und Beschuss in Ghuta einen verwundeten Mann trägt. Bild: dpa

Die Resolution des UN-Sicherheitsrates für eine Waffenruhe in Syrien steht. Doch die Angriffe der Regierung auf Ost-Ghouta gehen weiter. Es ist sogar von einer Bodenoffensive die Rede. Doch nicht nur Assads Truppen ignorieren die Waffenruhe.

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          Trotz der Verabschiedung der UN-Resolution für eine Waffenruhe in Syrien setzt die syrische Regierung ihre Angriffe auf die heftig umkämpfte Region Ost-Ghouta fort. Die Luftwaffe habe am Morgen zwei Angriffe auf das Gebiet am Rande der Hauptstadt Damaskus geflogen, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Die Angriffe trafen demnach Randbezirke von Duma, der größten Stadt in Ost-Ghouta.

          Regierungsnahe Quellen berichteten, die syrischen Streitkräfte und ihre Verbündeten hätten eine Militäroperation zur Erstürmung Ost-Ghoutas gestartet. Offiziell bestätigt wurden diese Informationen aber zunächst nicht. Berichten zufolge gab es Gefechte zwischen Rebellen und Regierungstruppen an den Außengrenzen des Gebiets. Ein Befehlshaber der Rebellen sagte der Deutschen Presse-Agentur, seine Truppen hätten den Versuch von Regierungskämpfern, in das Gebiet vorzurücken, zurückgeschlagen.

          Auch die Türkei setzt ihre Offensive fort

          Neben den Bombardements der syrischen Luftwaffe gehen auch die Kämpfe zwischen dem türkischen Militär und der Kurdenmiliz YPG in der nordwestsyrischen Region Afrin weiter. Das türkische Militär und verbündete Rebellen seien unterstützt von Luftangriffen weiter vorgerückt und hätten mehrere Dörfer unter ihre Kontrolle gebracht, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Sonntag mit. Der Sender CNN Türk berichtete, die Offensive werde fortgesetzt. Das türkische Militär habe fünf weitere Dörfer eingenommen.

          Die am 20. Januar begonnene Offensive richtet sich gegen die mit den Vereinigten Staaten verbündete Kurdenmiliz YPG in Nordwestsyrien. Ankara betrachtet die YPG als syrischen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und damit als Terrororganisation.

          Nach tagelangen zähen Verhandlungen hatte der UN-Sicherheitsrat am Samstag eine Resolution für eine einmonatige Waffenruhe in Syrien verabschiedet. Das Gremium stimmte nach mehrfachen Verschiebungen wegen russischer Einwände einstimmig für eine baldige Feuerpause zur Ermöglichung von Hilfslieferungen sowie für ein Ende der Belagerung von Ost-Ghouta und anderer Gebiete.

          UN-Generalsekretär Antonio Guterres mahnte eine „unverzügliche“ und „dauerhafte“ Umsetzung der Waffenruhe an. Er erinnerte alle Konfliktparteien an ihre „absolute Verpflichtung“, Zivilisten zu schützen.

          Ost-Ghouta steht seit einer Woche unter massivem Beschuss der Regierungstruppen. Seither wurden nach Angaben der oppositionsnahen Beobachtungsstelle bereits mehr als 500 Zivilisten getötet, darunter mehr als hundert Kinder. Knapp 400.000 Menschen sind in dem Gebiet eingeschlossen.

          Die Beobachtungsstelle bezieht ihre Angaben von einem Netzwerk aus Informanten in Syrien, ihre Angaben können von unabhängiger Seite kaum überprüft werden.

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