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Amerikanische Demokratin : Muslimische Abgeordnete sagt Israel-Reise ab

Die amerikanische Demokratin Rashida Tlaib Bild: AFP

Erst wollte Israel zwei amerikanischen Kongressabgeordneten die Einreise verweigern – ganz wie Präsident Trump es gefordert hatte. Dann sollte Rashida Tlaib aus „humanitären Gründen“ doch ins Land gelassen werden. Aber die winkt ab.

          Trotz einer Genehmigung durch Israel hat die amerikanische Kongressabgeordnete Rashida Tlaib ihre geplante Reise in das Westjordanland abgesagt. „Ich habe entschieden, dass ein Besuch meiner Großmutter unter diesen unterdrückerischen Bedingungen allem widerspricht, woran ich glaube – gegen Rassismus, Unterdrückung und Ungerechtigkeit zu kämpfen", schrieb die Demokratin am Freitag auf Twitter.

          Christian Meier

          Redakteur in der Politik.

          Zuvor hatte Israel entschieden, Tlaib die Einreise aus humanitären Gründen zu genehmigen. Sie ist eine der beiden amerikanischen Kongressabgeordneten, denen Israel auf Bitten von Präsident Donald Trump die Einreise verweigert hatte. Das Innenministerium hatte am Freitag mitgeteilt, Tlaib werde aus humanitären Gründen gestattet, ihre Großmutter im Westjordanland zu besuchen.

          „Dies könnte für mich die letzte Gelegenheit sein, sie zu sehen“, hatte Tlaib laut israelischen Medienberichten in einem Brief an Innenminister Arie Deri geschrieben. Die demokratische Abgeordnete hatte demnach versprochen, dass sie während ihres Aufenthalts nicht für den Boykott Israels werben werde.

          Mit der Unterstützung Tlaibs und ihrer Kongresskollegin Ilhan Omar für die israelkritische BDS-Bewegung hatte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die Rücknahme der ursprünglich gewährten Einreiseerlaubnis begründet. Zuvor hatte Trump, der sich mit den beiden Politikerinnen jüngst scharfe Auseinandersetzungen geliefert hatte, Israel auf Twitter indirekt zu diesem Schritt aufgefordert. Von den Demokraten in den Vereinigten Staaten, aber auch von der wichtigen proisraelischen Lobbygruppe Aipac war das Einreiseverbot kritisiert worden.

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