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Wildtierhandel in Burma : Die Seuche aus dem Goldenen Dreieck?

Schuppentiere, Tigerhäute, Elefantenstoßzähne: Monga La ist der bedeutendste Umschlagplatz für bedrohte Wildtiere in der Region Bild: WWF

Trotz der Corona-Pandemie blüht der illegale Handel mit wilden Tieren in Südostasien. Eine Stadt nahe der Grenze Burmas zu China gilt als Drehkreuz dafür.

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          Mong La wird das Las Vegas von Burma genannt. Touristen und Händler reisen in die Stadt nahe der Grenze zu China, um ins Kasino zu gehen, sich mit Prostituierten die Zeit zu vertreiben oder exotische Tiere zu kaufen. Glücksspiel ist in China verboten und wilde Tiere sowie Tierprodukte sind auf der burmesischen Seite deutlich günstiger. Die Stadt im Goldenen Dreieck – der Grenzregion von Burma,Thailand, Laos und China – ist der bedeutendste Umschlagplatz für bedrohte Wildtiere in der Region. Auf den Märkten gibt es Elefantenstoßzähne, Tigerhaut, Schuppentiere, Zibetkatzen oder Grüntauben zu kaufen.

          Martin Franke
          Redakteur vom Dienst bei FAZ.NET.

          Ein Drittel aller weltweit geschossenen Tiger wird laut der Tierschutzorganisation WWF in Mong La gehandelt. Afrikanische Produkte, die Schmuggler nach Vietnam bringen, werden demnach gänzlich über die burmesische Stadt abgewickelt. Das Drehkreuz ist über den Landweg aus Burma nur schwer zugänglich. Die meisten Waren werden über China im- und exportiert. Das gängige Zahlungsmittel ist der Yuan. Die gegenwärtige Pandemie rückt die asiatischen Wildtiermärkte ins Licht. Durch den intensiven Kontakt von Menschen mit wilden Tieren und durch mangelnde Hygiene ist es dort leichter als anderswo möglich, dass sich Viren auf Menschen übertragen. Im Fall des Coronavirus gehen Forscher davon aus, dass sich die Seuche in Wuhan durch ein Schuppentier oder eine Fledermaus auf „Patient null“ übertragen habe; eine Rekonstruktion sei jedoch nicht mehr möglich.

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